Liestal, 6. Januar 2005 - Unter dem Eindruck der verheerenden Flutkatastrophe in Südostasien verzichtete die Wirtschaftskammer Baselland bewusst auf wirtschaftspolitische Aussagen und Wünsche fürs Neue Jahr. Wirtschaftskammer-Präsident Andreas Schneider rief die über 400 Gäste aus der regionalen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft vielmehr auf, mit Anteilnahme, insbesondere aber mit tatkräftiger Mithilfe, dafür zu sorgen, dass für die Betroffenen das Glück eines Tages wieder möglich wird, denn – gemäss Albert Schweizer – ist das Glück das einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt. Dr. Beat Oberlin, neuer Präsident der Geschäftsleitung der Basellandschaftlichen Kantonalbank, zeigte den erfreulichen Optimismus auf, der für 2005 in der regionalen Wirtschaft wieder deutlich spürbar ist.
«Die vergangenen Tage haben uns allen eindrücklich vor Augen geführt, wie rasch und radikal die eigenen Pläne, Ziele und auch Sorgen durch unerwartete Ereignisse in den Hintergrund rücken und klein werden», stellte Gastgeber Beat Oberlin in seiner Begrüssung fest. Die Schweiz im Allgemeinen und die Nordwestschweiz im Besonderen seien dank guter Rahmenbedingungen wirtschaftlich privilegiert, auch wenn die Konjunktur nicht die Dynamik habe, wie man sich dies vielleicht wünschen möchte. «Lassen wir uns doch für das Jahr 2005 zusätzlich durch die Tatsache motivieren, dass wir in geordneten Bahnen arbeiten können, in einem überschaubaren Umfeld, das wir durch unsere eigene Kreativität und Tatkraft positiv beeinflussen können», forderte Oberlin die Nordwestschweizer KMU-Wirtschaft auf. Die Voraussetzungen dafür seien auch vorhanden, denn die von der Basellandschaftlichen Kantonalbank seit bald 40 Jahren erhobene Stimmung bei den Unternehmen zeige, dass 90 Prozent der Unternehmen im 2005 einen gleichen oder höheren Umsatz und 80 Prozent einen Gewinn nicht unter dem Vorjahr erwarten würden. Der Referent differenzierte allerdings, dass diese Beurteilungen je nach Branche recht unterschiedlich ausfallen könnten – etwa in der Bauindustrie und im Fachhandel.
Er habe sein ursprüngliches Manuskript für die Neujahrsapéro-Ansprache wieder zur Seite gelegt, als sich nach den Weihnachtstagen die Auswirkungen des verheerenden Seebebens und der zerstörerischen Flutwelle von Tag zu Tag mehr zu einer der grössten Katastrophen der jüngeren Menschheitsgeschichte entwickelt hat, hielt Andreas Schneider, Präsident der Wirtschaftskammer in seiner traditionellen Neujahrs-Ansprache fest. «Wir haben zur Kenntnis nehmen müssen, dass diese Natur-Katastrophe nicht nur unzählige für uns unbekannte Menschen in fernen Ländern schwer getroffen hat. Sie ist auch über Tausende von europäischen Touristen und Hunderte von eigenen Landsleuten hereingebrochen.» Die Flutwelle vom 26. Dezember sei damit auch in unser Land geschwappt. Andreas Schneider sprach den Familien in der Region, die von der Flutwelle betroffen sind, die tiefempfundene Anteilnahme der Wirtschaftskammer Baselland aus.
«Allem Unfassbaren und Schrecklichem zum Trotz dürfen wir feststellen – erst recht nach dem nationalen Trauertag und der grossangelegten Spendenaktion von gestern – dass ein solches Ereignis auch seine positiven Seiten hat: Die Seite der Solidarität mit den Betroffenen, die sich nicht nur in netten Absichtserklärungen äussert, sondern in ungeahnter tatkräftiger Hilfe», stellte Andreas Schneider fest. Wer hätte es geahnt, dass die Schweizer Bevölkerung innert wenigen Tagen deutlich über 100 Millionen Franken Privatspenden aufbringe. Diese aktive Solidarität stimme am Beginn des neuen Jahres sehr zuversichtlich.
Der Wirtschaftskammer-Präsident gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass diese sichtbaren Zeichen der Hilfe mit dem Spendentag nicht aufhören: «Es wird lange dauern, bis für alle Betroffenen – auch in unserem Land – die Normalität zurückkehrt und das grosse Leid wieder erträglich wird. Unsere Mitverantwortung bleibt, dass für diese Menschen das Glück – besser gesagt: das Glücklichsein – eines Tages wieder möglich wird. Der Referent unterstrich diesen Wunsch mit dem Zitat von Albert Schweizer «Das Glück ist das einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt.» Im Sinne von Albert Schweizer wünschte Andreas Schneider den Gästen, ihren Angehörigen, Mitarbeitenden und Kollegen in den Unternehmen und Institutionen, vor allem aber den direkt und indirekt von der Flutkatastrophe Betroffenen ein glückliches Neues Jahr, dessen Glück sich verdopple, wenn man mit Anteilnahme und Mitgefühl, vor allem aber mit aktive Hilfe mit andern teile.
Kontakt:
Andreas Schneider Präsident Wirtschaftskammer Baselland Tel. 061 826 90 90
Hans Rudolf Gysin, Nationalrat Direktor Wirtschaftskammer Baselland Tel. 061 927 65 00 / Natel 079 423 56 63
Rudolf Messerli Generalsekretär Basellandschaftliche Kantonalbank, Leiter Unternehmenskommunikation Tel. 061 925 92 31
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