Wirtschaftskammer Baselland - 13.09.2004
Wirtschaftskammer Baselland Wirtschaftskammer Baselland
Medienmitteilung vom 13.09.2004

KMU in Südbaden und Baselland rücken näher zusammen

Freiburg i. Br./Liestal - Zur Förderung der gegenseitigen Verständigung und zur Stärkung der mittelständischen Unternehmen in Südbaden und in Baselland haben die Spitzen der Handwerkskammer Freiburg im Breisgau und der Wirtschaftskammer Baselland am letzten Samstag im Rahmen der Eröffnung der Baden Messe in Freiburg feierlich ihren Partnerschaftsvertrag besiegelt. Die Unterzeichnung, die von Spitzenvertretern aus Wirtschaft und Politik beider Regionen begleitet war, ist der vorläufige Höhepunkt des in den letzten 30 Jahren zwischen der Handwerkskammer und der Wirtschaftskammer gewachsenen Erfahrungsaustausches und der stetig enger werdenden freundschaftlichen Zusammenarbeit. Schirmherren der Partnerschaftsvereinbarung sind als Mitunterzeichner Erwin Teufel, Ministerpräsident von Baden Württemberg, Adrian Ballmer, Regierungspräsident des Kantons Basellandschaft, Dr. Dieter Salomon, Oberbürgermeister von Freiburg, und Peter Meschberger, Präsident des Gemeindeverbandes Baselland.

Hauptunterzeichner waren auf Seiten der Handwerkskammer Freiburg deren Präsident Martin Lamm und die Vizepräsidenten Hermann Aichele und Werner Baas sowie seitens der Wirtschaftskammer Baselland ihr Präsident Andreas Schneider, Vizepräsident Fritz Naegelin und Direktor Hans Rudolf Gysin.

Mit dem Inkrafttreten der Bilateralen Verträge, insbesondere aber der Personenfreizügigkeit, welche die Märkte in beiden Ländern für die der KMU-Wirtschaft spürbar öffnen, kommt dem Partnerschaftsvertrag eine besondere Qualität zu. So legt die Vereinbarung den ständigen Erfahrungsaustausch zwischen den beiden Kammern fest. Sie verlangt institutionalisierte Kontakte und den Erfahrungsaustausch zwischen den Mitgliedern der beiden Kammern. Und sie schreibt die Verpflichtung fest, alle verfügbaren Möglichkeiten zu nutzen, um der Zusammenarbeit zum Erfolg zu verhelfen - zum Nutzen der gesamten mittelständischen Wirtschaft in beiden Regionen. Dass diese Ziele und Aufgaben nicht nur reine Absichtserklärung sind, sondern in der Praxis der beiden Verbände bereits intensiv bearbeitet werden, zeigt die Tatsache, dass das grenzüberschreitende Beratungsnetz am Oberrhein - auch in Zusammenarbeit mit der Handwerkervereinigung im Elsass - bereits seit über einem Jahr erfolgreich tätig ist. Diese trinational koordinierte Beratung steht allen KMU in den drei Ländern beratend zur Seite, die ihre Tätigkeit über ihre eigenen Landesgrenzen hinaus ausweiten wollen. Die feierliche Vertragsunterzeichnung von gestern Samstag in den Hallen der Baden Messe stellte der Gastgeber, Handwerkskammer-Präsident Martin Lamm unter ein Zitat von Hans A. Pestalozzi: "Vereinigung ist das Mittel, alles zu können." Gerade die Partnerschaft zwischen den beiden KMU-Wirtschaftsverbänden in Südbaden und Baselland zeige deutlich, dass im Dreiländereck "gelebtes Europa" wirke. Beide Verbände würden ein eigentliches deutsch-schweizerisches Zusammenleben pflegen und gemeinsam ehrgeizige Ziele zum Wohle aller Handwerks- und Gewerbebetriebe am Oberrhein entwickeln und umsetzen. "Die Chemie am Oberrhein stimmt", betonte der Präsident der Handwerkskammer Freiburg.

"Wachstum löst nicht alle Probleme, aber ohne Wachstum lösen wir überhaupt keine": Mit dieser Feststellung nahm der Baden-Württembergische Ministerpräsident Erwin Teufel den Ball der aktuellen Wirtschaftsprobleme - notabene in beiden Ländern - auf. Er zähle in erster Linie auf das Handwerk und seine Innovationskraft. Und er zähle ebenso auf deren Engagement bei der Ausbildung der jungen Generation. Der Ministerpräsident gab auch seiner grossen Freude über die ausgezeichnete Zusammenarbeit im Dreiländereck Ausdruck: Am Oberrhein kenne man schon lange die Vorteile der pragmatischen grenzüberschreitenden Zusammenarbeit - zunächst mit dem Elsass und jetzt auch mit Baselland. "Handwerk hat Zukunft, denn das Handwerk ist ein Teil unserer Zukunft", unterstrich der Baden-Württembergische Landesvater die Bedeutung der mittelständischen Unternehmen innerhalb der Wirtschaft.

In seiner Grussbotschaft der Baselbieter Regierung hob Regierungspräsident Adrian Ballmer hervor, dass es für die KMU-Wirtschaft im Dreiländereck mit den Bilateralen Verträgen, insbesondere aber mit dem seit Juni 2004 geltenden Freizügigkeitsabkommen, spürbar einfacher sei, in allen drei Nachbarregionen - über die Landesgrenzen hinweg - tätig zu werden. "Die Region wächst auch im Graswurzelbereich wirtschaftlich zusammen", griff Ballmer ein Zitat aus der BaZ auf. Allerdings gebe es in diesem Zusammenarbeit noch immer unnötige administrative Hürden, die jedoch dank der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit leichter zu überwinden seien. Der Regierungspräsident sicherte zu, dass auch die Baselbieter Behörden ihren Beitrag an den Abbau dieser Hürden leisten würden - unter anderem mit dem auch von der Regierung befürworteten "One-Stop-Shop", der in der KMU-Föderungsinitiative der Wirtschaftskammer gefordert werde. Diese behördliche Informationszentrale stehe selbstverständlich auch den Handwerks- und Gewerbe-Unternehmen der ausländischen Nachbarn offen.

"Ein guter Nachbar ist besser als ein Bruder in der Ferne": Mit diesem Sprichwort zeigte Wirtschaftskammer-Präsident Andreas Schneider auf, wie sich im Verlauf der Jahre zwischen der Handwerkskammer und der Wirtschaftskammer aus einer guten Nachbarschaft eine eigentliche feste Freundschaft entwickelt hat. Schneider dankte herzlich für diese guten Beziehungen und zeigte sich überzeugt, dass die jetzt besiegelte Partnerschaft zum Nutzen aller KMU im Dreiländereck wirken werde. Mit einem informativen Filmporträt stellte der Wirtschaftskammer-Präsident seinen Verband aus Liestal kurz vor - so, wie es unter guten Nachbarn eben der Brauch ist, betonte Schneider.


Kontakt:

Johannes Burger
Geschäftsführer Handwerkskammer Freiburg i. Br.
Tel. +49 761 218 00 100

Nationalrat Hans Rudolf Gysin
Direktor Wirtschaftskammer Baselland
Tel. +41 61 927 65 00 / +41 79 423 56 63

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