Liestal, 20. Mai 2009. Der Kanton Basel-Landschaft und die Wirtschaftskam¬mer Baselland arbeiten in der Förderung der dualen Berufsausbildung auch in Zukunft sehr eng und konstruktiv zusammen: Dies wurde heute in Liestal im Rahmen einer Medienorientierung mit der Unterzeichnung der vierten Leistungsvereinbarung für die Berufsschau 2009 bekräftigt, an der sich der Kanton erneut mit 950'000 Franken beteiligt. Ebenso wurde für zwei weitere Jahre der bestehende Leistungsauftrag für den unter dem Dach der Wirtschaftskammer tätigen kantonalen Lehrstellenförderer verlängert. Aus der Taufe gehoben wurde schliesslich der Förderverein "E Lehr bringt mehr", in dessen Rahmen sich der Kanton und die Wirtschaftskammer gemeinsam zu konkreten Fördermassnahmen in der dualen Berufsausbildung bekennen.
Der Baselbieter Bildungs-, Kultur- und Sportdirektor, Regierungsrat Urs Wüthrich Pelloli, erläutertete an der Medienorientierung vor allem die vertraglichen Details der Leistungsvereinbarung zur Berufsschau 2009, an der sich der Kanton erneut mit 950'000 Franken beteiligt. Der Wirtschaftskammer Direktor, Nationalrat Hans Rudolf Gysin, zeigte auf, dass die Baselbieter KMU-Wirtschaft nicht nur im Rahmen der Berufsschau, sondern auch im Ausbildungsalltag in den Lehrbetrieben alljährlich selbst erhebliche Mittel aufwendet und deshalb das finanzielle Engagement des Kantons sehr schätzt. Hanspeter Hauenstein, Leiter des Amtes für Berufsbildung und Berufsberatung Baselland, ging insbesondere auf die Details der Leistungsvereinbarung zur Lehrstellenförderung und zum Förderverein "E Lehr bringt mehr" ein und zeigte weitere Zusammenarbeitsbeispiele in der Berufsbildung zwischen Kanton und Wirtschaft auf. Landrat Urs Berger, der nicht nur das Mandat als kantonaler Lehrstellenförderer betreut, sondern auch hauptverantwortlich für die Organisation der Berufsschau zeichnet, orientierte über einige Zahlen und Fakten der Berufsschau 2009, die vom 21. bis 25. Oktober wiederum im KUSPO Pratteln durchgeführt wird.
Die Berufsschau biete Schülerinnen und Schülern vor der Berufswahl einen umfassenden Überblick über das breite Angebot an Lehrberufen und sei deshalb eine wichtige Orientierungshilfe. Dies ist nach den Ausführungen von Regierungsrat Urs Wüthrich Pelloli einer der wichtigsten Gründe, weshalb sich der Kanton an dieser Schau finanziell in doch erheblichem Umfang beteiligt. Als besonderen Vorzug betrachtet der Bildungsdirektor aber auch, dass die Jugendlichen die Berufe in der Praxis erleben und dabei auch die Karrieremöglichkeiten kennen lernen. Diese Vorzüge gälten aber auch für Jugendliche, die eher Mühe hätten, eine geeignete Lehrstelle zu finden. Wüthrich betonte ausserdem, dass die Berufsschau immer wichtiger werde für Absolvierende von zum Beispiel Progymnasium-Klassen, weil an der Schau mit Schwergewicht auch die Weiterbildungsmöglichkeiten von der Berufslehre bis hinauf in die Fachhochschul- und Hochschul-Ebene aufgezeigt werden. Schliesslich dankte der Bildungsdirektor sowohl den Berufsverbänden als auch der Wirtschaftskammer Baselland für ihr Engagement in der gesamten Berufsbildung und in der Durchführung der professionell organisierten und damit auch erfolgreichen Berufsschau.
Wirtschaftskammer Direktor Hans Rudolf Gysin zeigte sich hoch erfreut über das finanzielle Engagement des Kantons zugunsten der Berufsschau und der Lehrstellenförderung. Damit aber die KMU-Wirtschaft und die Wirtschaftskammer nicht in den Verdacht gerieten, nur nach dem Subventionstopf der öffentlichen Hand zu greifen, zeigte Gysin auch auf, dass die an der Schau beteiligten Berufsverbände und Ausbildungsinstitutionen sowie die Wirtschaftskammer selbst insgesamt rund zwei Millionen Franken für die Durchführung einer Berufsschau aufwenden würden. Ebenso hob der Wirtschaftskammer Direktor das finanzielle Engagement hervor, welches die Baselbieter Lehrbetriebe bezüglich Administration, Löhne und persönliche Betreuung alljährlich in die Ausbildung ihrer Lernenden investieren: Eine Hochrechnung aufgrund aktueller Erfahrungszahlen ergebe eine jährliche Kostenbelastung von insgesamt mindestens 63 Millionen Franken.
AfBB-Leiter Hanspeter Hauenstein ging auf die vertraglichen Details der vor 12 Jahren erstmals vom Kanton getroffenen Leistungsvereinbarung für den kantonalen Lehrstellenförderer ein, deren wesentliche Punkte aufgrund der aktuellen Entwicklung die Förderung der dualen und insbesondere der trialen Berufsbildung für leistungsstarke Jugendliche, die Vermittlung von Lehrstellen für eher schulisch Schwächere sowie die Schaffung von neuen Lehrstellen in neuen Berufsfeldern und Branchen umfassen. Es gehe also heute sowohl um die Förderung von schulisch schwächeren als auch leistungsstarken Schulabgängern. Bei letzteren müsse es gelingen, diese für anspruchsvolle Berufslehren zu begeistern. Gelinge dies nicht, fehlten Teilen der hiesigen Wirtschaft schon bald gut ausgebildete Fach- und Führungskräfte. Hauenstein erläuterte ausserdem die Ziele des neu gegründeten Fördervereins "E Lehr bringt mehr", dessen Gründungskapital vom Kanton mit 10'000 und von der Wirtschaftskammer mit 20'000 Franken gespiesen worden ist. Es gelte, mit gezielten Aktionen insbesondere schulisch, aber auch sozial schwächeren Jugendlichen eine Berufsausbildung zu ermöglichen. Hauenstein zeigte schliesslich weitere Beispiele der konstruktiven Zusammenarbeit zwischen Kanton und KMU-Wirtschaft auf, etwa von 1998 bis 2008 beim "Impulsprogramm I Chance", beim überarbeiteten Finanzierungsmodell für die überbetrieblichen Kurse, aber auch im Rahmen von gemeinsamen Veranstaltungen zur Berufsbildung.
Landrat Urs Berger, Bereichsleiter Berufsbildung bei der Wirtschaftskammer Baselland und Leiter des Organisationsteams der Berufsschau, wartete ganz aktuell mit den wichtigsten Zahlen und Fakten zur diesjährigen Schau auf: 131 Aussteller würden auf rund 3100 Quadratmeter Fläche an 63 Standeinheiten würden auf einer gesamten Ausstellungsfläche von rund 3100 Quadratmetern insgesamt über 190 Lehrberufe sowie Weiterbildungs- bzw. Studiengänge vorstellen. Das thematisches Schwergewicht sei die duale bzw. triale Berufsbildung und dabei vor allem das Aufzeigen der Durchlässigkeit und der hervorragenden Weiterbildungsmöglichkeiten, die sich heute mit der traditionellen «Meisterlehre» jedem Lernenden via Berufsmaturität und Fachhochschul-Abschluss bieten. Diese Karrierechancen gilt es laut Berger insbesondere den Eltern, aber auch der Lehrerschaft in den Sekundarschulen einmal mehr in Erinnerung zu rufen.
Kontakte: Regierungsrat Urs Wüthrich Pelloli Vorsteher der Bildungs-, Kultur und Sportdirektion des Kantons Basel-Landschaft Tel. 061 552 50 51
Nationalrat Hans Rudolf Gysin Direktor Wirtschaftskammer Baselland Tel. 061 927 65 00 / 079 423 56 63 |