Wirtschaftskammer Baselland Wirtschaftskammer Baselland
Neujahrsapéro 2006

Zum zarten Konjunktur-Pflänzlein Sorge tragen

Liestal - Am Anfang des neuen Jahres mit seinen hoffnungsvollen Konjunktur-Aussichten gilt es, Vernunft und Weitsicht zu zeigen, damit das zarte Konjunktur-Pflänzlein nicht schon in seiner ersten entscheidenden Wachstums­phase kaputt getrampelt wird - mit neuen unvernünftigen Begehrlichkeiten auf gesetzgebender, fiskalischer, aber auch auf sozialer Ebene: Mit diesem Appell an die Politik, Gesellschaft und Wirtschaft in Bund und Region stiess Andreas Schneider, Präsident der Wirtschaftskammer Baselland, am traditionellen Neujahrsapéro auf ein neues Jahr an, das insgesamt mit sehr positiven wirtschaftlichen Vorzeichen gestartet ist. Über 500 Gäste besuchten diesen Anlass, der ebenso traditionell in den Hallen der Basellandschaftlichen Kantonalbank in Liestal durchgeführt wurde.

Eine namhafte Delegation der Baselbieter Behörden, eine beachtliche Zahl von Mitgliedern des Landrates, viele Vertreterinnen und Vertreter der Baselbieter KMU-Wirtschaft, Delegationen befreundeter Verbände sowie - angeführt von Wirtschaftskammer-Direktor Hans Rudolf Gysin - die Geschäftsleitung und die Mitarbeitenden aus dem «Haus der Wirtschaft» stiessen gemeinsam auf ein erfolgreiches neues Jahr an.

Gastgeber Dr. Beat Oberlin, Präsident der Geschäftsleitung der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB), bestätigte in seiner Begrüssung den gerade auch in der Nordwestschweiz feststellbaren wirtschaftlichen Aufschwung: "Wir stehen miteinander vor einem guten Jahr und dürfen ein moderates, breit abgestütztes Wirtschaftswachstum erwarten." Die Schweiz befinde sich nach einer längeren Schwächephase wieder auf Wachstumskurs. Oberlin verwies auch auf die von der BLKB zusammen mit BAK Basel Economics erarbeitete regionale Konjunkturstudie "blkb metrobasel outlook" hin, die in Kürze in einer zweiten aktualisierten Auflage publiziert werde. "Ich darf Ihnen schon heute verraten: Es sind gefreute Ergebnisse, die von einem starken Optimismus in unserer regionalen KMU-Wirtschaft zeugen", gab sich der Referent zuversichtlich.

"Wer das erste Knopfloch verfehlt, kommt mit dem Zuknöpfen nicht zu Rande": Mit diesem zum Jahresbeginn passenden Goethe-Zitat nahm der Präsident der Wirtschaftskammer Baselland, Andreas Schneider, in seiner Neujahrsansprache den Ball der erfreulichen Konjunktur-Aussichten fürs 2006 auf: "Mit diesem Jahresbeginn verbinden sich gerade für die KMU-Wirtschaft in unserer Region viele Hoffnungen - sofern wir das erste entscheidende Knopfloch nicht verfehlen". Man dürfe berechtigt erwarten, dass die lange Zeit der wirtschaftlichen, aber auch gesellschaftlichen Stagnation und Passivität wieder konkreter Zuversicht und neuer Dynamik Platz macht. "Das erste Knopfloch ist also in greifbarer Nähe", hielt Andreas Schneider fest. Es gelte jetzt nur, den ersten richtigen Knopf zu wählen. Bei dem sich sachte anbahnenden wirtschaftlichen Aufschwung bestehe allerdings die grosse Gefahr, dass Gesellschaft und Politik wieder rasch zur alten Unvernunft zurückkehre und mit den Ausgaben - vor allem der öffentlichen Hand - wieder aus dem scheinbar Vollen schöpfen wolle. Dabei werde die jetzt wieder steigende Ertragskraft der Wirtschaft undifferenziert an einigen wenigen grossen Konzernen gemessen.

"Wir von der Wirtschaftkammer betonen aber seit einiger Zeit um so eindringlicher, dass vier von fünf Schweizer Unternehmen Kleinstunternehmen sind, die nicht annähernd vergleichbare Erträge ausweisen können wie grosse multinationale Konzerne", betonte Schneider. Es gelte, sehr sorgfältig zwischen den grossen und kleinen, aber auch zwischen international und nur im inländischen Markt tätigen KMU zu unterscheiden. "Unser Binnenmarkt steckt noch immer deutlich in einer Stagnations-Phase. Es wird noch einige Zeit dauern, bis sich der Aufschwung auch dort auswirkt", gab Schneider zu bedenken.

Der Referent rief deshalb dazu auf, gerade jetzt Vernunft und Weitsicht zu zeigen, damit das zarte Konjunktur-Pflänzlein nicht schon wieder in seiner ersten entscheidenden Wachstumsphase kaputt getrampelt wird: mit überzogenen fiskalischen Abgaben, mit einer weiter sich aufblähender Behördenadministration, mit noch mehr einschränkenden Gesetzen, Verordnungen und Verfügungen, mit neuen sozialen Begehrlichkeiten, mit unangemessenen Lohnforderungen - aber auch mit unvernünftigen Ausgaben der öffentlichen Hand, die unweigerlich neue Fiskal-Lasten generieren. "Wer in kurzsichtiger Unvernunft diesen Weg beschreiten will, wird unweigerlich das erste Knopfloch verfehlen - mit dem Resultat, dass am Schluss des Zuknöpfens nichts mehr passt.", warnte Schneider. Er appellierte allerdings auch an die regionalen KMU, mit Zuversicht und Optimismus gerade jetzt auch Investitionen zu tätigen. "Damit leisten Sie einen wesentlichen Beitrag an ein weiteres konjunkturelles Wachstum."

"Der Mann denkt beim Anfang immer schon an das Ende. Die Frau erinnert sich hingegen auch am Ende noch an den Anfang", mit diesem Zitat wünschte der Wirtschaftskammer-Präsident am Beginn des hoffnungsreichen Jahres 2006, "dass wir erstens wie Männer denken und das nächste Jahresende mit Zuversicht und Engagement ins Visier nehmen." Andreas Schneider sprach aber auch den Wunsch aus, "dass wir am Ende des Jahres 2006 wie eine Frau an den heutigen Anfang zurückdenken und dabei mit Genugtuung feststellen dürfen: Unsere Zuversicht und unser Engagement für neues Wachstum und neue Dynamik haben sich ausgesprochen gelohnt."



Bereits zum vierten Mal lud die Wirtschaftskammer Baselland zum Neujahrsapéro ein und durfte traditionellerweise die Gastfreundschaft der Basellandschaftlichen Kantonalbank in Anspruch nehmen.



Wirtschaftskammer-Präsident Andreas Schneider, Dr. Beat Oberlin - Präsident der Geschäftsleitung der BLBK - und Wirtschaftskammer-Direktor und Nationalrat Hans Rudolf Gysin begrüssen die geladenen Gäste.



"Viel Glück!" wünscht Kaminfegermeister und Glücksbringer Jean-Marie Vogel dem Nationalratspräsidenten Claude Janiak.



EBL-Geschäftsführer Urs Steiner.



CVP-Nationalrat Walter Jermann mit Kaminfegermeister und Glücksbringer Andreas Frei.



Willy Surbeck, Geschäftsleiter und Chefredaktor von TeleBasel, im Gespräch mit Nationalrat und Wirtschaftskammer-Direktor Hans Rudolf Gysin.

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