Grenzüberschreitender Erfahrungsaustausch
18.04.07 - 10:00 / Autor: Markus Meier, Vizedirektor
Freiburg i. Br. - Gastgeberin für die alljährliche traditionelle Zusammenkunft der Handwerks- und Wirtschaftskammern sowie der Gewerbeverbände aus den fünf Ländern am Oberrhein war Ende März die Handwerkskammer Freiburg im Breisgau. Im Zentrum des Gedanken- und Erfahrungsaustausches standen dabei vor allem die Vereinfachung der grenzüberschreitenden wirtschaftlichen Tätigkeit der KMU und Problemstellungen in den Arbeits- und Ausbildungsmärkten.

Zwei Tage intensiver Gedankenaustausch am Grenzlandtreffen in Freiburg i. Br. |  |
Michael Wohlrabe, Geschäftsführer der Handwerkskammer Freiburg, hatte ein attraktives Programm zusammengestellt. Im geschäftlichen Teil wartete ausserdem eine ansehnliche Traktandenliste auf ihre Bearbeitung.
Willkommen in der «Toskana Deutschlands» Erster Höhepunkt der Tagung war zunächst der offizielle Empfang der Delegationen durch die Stadt Freiburg – namentlich durch deren Oberbürgermeister Dr. Dieter Salomon. Im geschichtsträchtigen Ambiente der Gerichtslaube hiess er die Gäste aus Deutschland, Frankreich, Österreich sowie aus der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein in der «Toskana Deutschlands» – wie Freiburg aufgrund seines milden Klimas oft genannt wird – herzlich willkommen.
Für die Begleitungen der Konferenzteilnehmer war danach die Besichtigung des Freiburger Theaters mit dem sprichwörtlichen Blick hinter die Kulissen angesagt sowie ein Besuch des höchstgelegenen Freiburger Cafés mit seiner eindrücklichen Sicht auf die Stadt und das Umland.
Europäische Handwerkskonferenz im April Nach einer Kurzpräsentation der gastgebenden Handwerkskammer Freiburg widmeten sich die Geschäftsführer aus den fünf Ländern der offiziellen Tagesordnung – zunächst mit einem Ausblick auf die Mitte April 2007 bevorstehende Europäische Handwerkskonferenz in Stuttgart und deren Schwerpunkte. Ebenso war ein Überblick über die wesentlichen Punkte der aktuellen deutschen EU-Präsidentschaft ein Thema. Als interessant und aufschlussreich erwiesen sich in diesem Themenkreis die direkten Vergleiche mit der Schweiz als nicht der EU zugehöriges Land.
Wachsender Administrativ-Aufwand für KMU Im Bereich der Rechnungslegung durch KMU bzw. den Mittelstand wurde allgemein bestätigt, dass die Auswirkungen der obligatorischen Anwendung von IFRS-Bilanzierungsregeln (International Financial Reporting Standard) nicht unterschätzt werden dürfen. Der entsprechend zusätzliche Administrations- und Kostenaufwand würden den Klein- und Mittelbetrieben erneute Belastungen bringen.
Im Rahmen einer Analyse der Arbeits- und Ausbildungsmärkte der einzelnen Länder konnte festgestellt werden, dass der Konjunkturaufschwung allgemein Fuss gefasst hat und sich nach wie vor erfreulich entwickelt. Allerdings zeigt sich der Aufschwung gegenüber früher überall bei negativen Wirtschafts-Schlagzeilen um einiges anfälliger . Parallel zu dieser Entwicklung sind die Arbeitslosenzahlen flächendeckend rückläufig, bewegen sich aber – je nach Region – auf stark unterschiedlichen Niveaus.
Sorgenkind Berufsnachwuchs Allgemein Sorgen bereitet der zunehmende Mangel an Fachkräften. Zwar konnten bisher starke Migrationsbewegungen – vor allem aus den neuen deutschen Bundesländern – die Nachfrage decken; Engpässe zeichnen sich jedoch ab. Einhellig bestätigt wurde von der Geschäftsführerrunde der immer umfangreicher werdende Handlungsbedarf beim Berufsnachwuchs. Der Leistungsausweis und auch die Leistungsbereitschaft vieler Jugendlicher nach der obligatorischen Schulzeitung bewegen sich in die falsche Richtung. Die Rekrutierung von Lernenden, welche die qualitativen Ansprüche abzudecken vermögen, erweist sich als zunehmend schwieriger.
Thema Personenfreizügigkeit Für weiteren Gesprächsstoff im Rahmen der Tagung sorgten schliesslich Betrachtungen zu den Bestimmungen im Bereich der Personenfreizügigkeit bzw. deren Umsetzung und Anwendung in der Praxis. Durch die Anwesenden wurde bestätigt, dass Betriebe, welche die massgeblichen Regelungen einhalten, keinerlei Probleme haben.
Kultureller Ausklang Geschichte und Kultur standen im Zentrum des zweiten Teils des Grenzlandtreffens. Im Rahmen einer Stadtrundfahrt mit einem historischen Triebwagen der Freiburger Strassenbahn und bei einem Fussmarsch durch die charmante Altstadt – notabene bei nasskalter Witterung – lernten die Gäste die südbadische Metropole näher kennen.
Die persönliche Führung durch Frau Münsterbaumeisterin Yvonne Faller gab der Besichtigung des weitherum bekannten Freiburger Münsters eine ganz besondere Note.
Fazit zum Grenzlandtreffen 2007: Die teilnehmenden Delegationen aus den fünf Ländern profitierten während der zweitägigen Zusammenkunft von zahlreichen wichtigen Neuigkeiten in den verschiedensten Fachbereichen und einem äusserst angeregten, offenen Erfahrungsaustausch.
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