Defibrillator im Betrieb: Sinnvoll wie ein Feuerlöscher
25.04.05 - 08:00 / Autor: Vizedirektor Markus Meier
Liestal - 5000 Menschen sterben jährlich den plötzlichen Herztod. Dabei kann es jede und jeden treffen: Mitarbeitende in einem Betrieb oder Kunden in einem Einkaufsgeschäft beispielsweise. Rasch greifbare automatische Defibrillatoren, die von geschulten Laien einsetzbar sind, können dann echte Lebensretter sein. In Zusammenarbeit mit der Volkswirtschafts- und Sanitätsdirektion Baselland befürwortet deshalb die Wirtschaftskammer Baselland den Defibrillator im KMU.

Plötzlicher Herztod im Betrieb: Es kann alle treffen. Vorsorge ist sinnvoll. |  |
Der Herz-Kreislauf-Stillstand – auch plötzlicher Herztod genannt – ist die häufigste Todesursache in der industrialisierten Welt.
Es kann alle treffen – gerade auch im Betrieb Wie ein Blitz aus heiterem Himmel, unerwartet und ohne Vorwarnung, tritt er auf. Er trifft Männer und Frauen, meist ab 40 Jahren. Doch auch Jüngere können betroffen werden. In der Schweiz sterben jährlich rund 5000 Menschen an der akuten Form des Herztods. Die weitaus häufigste Ursache dieses Herzstillstandes ist das sogenannte Kammerflimmern. Dabei wird die geordnete elektrische Erregung des Herzens durch ein wirkungsloses elektrisches Chaos ersetzt. Lebenswichtige Organe, vor allem das Gehirn, erleiden bereits nach einigen Minuten definitive Schäden. Der Mensch stirbt.
Rasche, richtige Hilfe rettet Leben In einer kurzen, einige Minuten dauernden Zeitspanne zwischen Kollaps und Tod kann durch Aussenstehende mit den Basismassnahmen der Wiederbelebung (Reanimation) ein künstlicher Kreislauf erzeugt und wertvolle Zeit gewonnen werden. Die wirkungsvollste und einzige Therapie des Kammerflimmerns (Fibrillierens) ist jedoch ein kontrollierter elektrischer Stromschlag durch einen Defibrillator, der den geordneten Herzschlag wieder herstellt.
Durch instruierte Laien einsetzbar Bis vor kurzem waren Defibrillatoren teuer, kompliziert, unhandlich und professionellen Helfern vorbehalten. Bis vor einigen Jahren wurden sie nur von Ärzten verwendet. Heute können sie auch von Laien erfolgreich eingesetzt werden: dank den einfachen und sicheren automatischen Defibrillatoren (AED). Diese kompakten und praktisch wartungslosen Geräte analysieren selbstständig den Herzrhythmus des Bewusstlosen und geben die nützliche elektrische Energie nur im Falle eines Kammerflimmerns frei. Schaden kann somit nicht angerichtet werden. Ausserdem sind die Anschaffungskosten stark gesunken.
Ohne richtige Hilfe nur 1 Prozent Überlebenschance Die Statistik überlebter Fälle eines Herzstillstandes ausserhalb des Spitals in der Schweiz zeigt ein desolates Bild. Die Resultate mit der heutigen Organisationsform (d.h. keine ursachenorientierte Therapie bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes) lassen etwa eine Person von 100 Betroffenen überleben. Mit jeder Minute Verzögerung der Therapie sinkt nämlich die Überlebenswahrscheinlichkeit stark. Entscheidend ist also eine möglichst kurze Zeitspanne zwischen Kollaps und Therapie mit einem Defibrillator – verbunden mit Basismassnahmen der Wiederbelebung.
Ein Defibrillator im Unternehmen – vor allem auch in einem Betrieb mit viel Kunden- bzw. Besucherverkehr (Einkaufszentrum, Bank, Post, Hotel, Amt, Garten- oder Hallenbad, Bahnhof usw.) – der von instruiertem Personal bedient wird, kann zum wirkungsvollen Lebensretter werden.
Gemeinsame Aktion Kanton–Wirtschaftskammer Die Wirtschaftskammer in Zusammenarbeit mit der Volkswirtschafts- und Sanitätsdirektion Baselland – namentlich Kantonsarzt Dr. med. Domink Schorr und Irène Renz, Leiterin der Abteilung Gesundheitsförderung – befürwortet deshalb bei den Baselbieter KMU die Anschaffung automatischer Defibrillatoren im Geschäftsumfeld. «Ein Defibrillator sollte in jedem Unternehmen – vor allem aber in mittleren und grösseren – heute so selbstverständlich sein, wie ein Feuerlöscher» bringt Kantonsarzt Dominik Schorr das berechtigte Anliegen auf den Punkt.
Bei entsprechenden Interesse der Baselbieter KMU ist die Initiierung von Schulungskursen für Mitarbeitende sowie eines kostengünstigeren Gemeinschaftseinkaufs von Defibrillatoren möglich.
Weitere Informationen:
Wirtschaftskammer Baselland Gesundheitsvorsorge Altmarktstrasse 96 4410 Liestal
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