Wirtschaftskammer Baselland - Nachfolgeplanung jetzt – ein grosses Zukunftsprojekt
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Nachfolgeplanung jetzt – ein grosses Zukunftsprojekt
21.03.05 - 08:00 / Autor: Gregor D. Schmid

Liestal - Anfang März 2005 trafen sich über 50 Unternehmerinnen und Unternehmer sowie «designierte» Nachfolger im «Haus der Wirtschaft» in Liestal zum top-aktuellen Informationsanlass über optimale Nachfolgeplanung im KMU. Die von Experten dargelegten zeitlichen, finanziellen und rechtlichen Aspekte einer Nachfolge, aber auch die damit verbundenen emotionalen Hürden auf beiden Seiten, zeigten die Komplexität dieses wichtigen Themas eindrücklich auf.


Das Thema Nachfolgeplanung ist für die meisten KMU von zentraler Bedeutung. Entsprechend gross war das Interesse am Informationsanlass im «Haus der Wirtschaft».

Das Thema Nachfolgeplanung ist für die meisten KMU von zentraler Bedeutung. Entsprechend gross war das Interesse am Informationsanlass im «Haus der Wirtschaft».

Rund 20'000 Arbeitsstellen gehen in der Schweiz jährlich wegen ungelösten oder gescheiterten Unternehmensnachfolgen bei KMU verloren.

Nachfolgeregelung bei KMU vor düsterem Horizont
Eigentlich ist die Übertragung eines KMU eine Situation, die primär vom Unternehmer und seiner Familie zu lösen ist. Durch die hohe Zahl der betroffenen Unternehmen und der dahinter stehenden Arbeitsplätze hat die Misserfolgsquote jedoch gleichzeitig eine bedrohliche volkswirtschaftliche Schlagseite.

Werden KMU dadurch innert wenigen Jahren in grösserer Zahl geschlossen, so entstehen in den Gemeinden und Regionen empfindliche Arbeitsplatzverluste und in der Folge wachsende Pendlerströme sowie rückläufige Steuereinnahmen. Periphere Gebiete werden zudem von gescheiterten Unternehmensnachfolgen stärker betroffen als Zentrumsregionen, weil Unternehmensgründungen vorwiegend in Zentren stattfinden und für Ersatz sorgen.

Zum Scheitern verurteilt?
Die Experten des Wirtschaftskammer-Infoanlasses «Nachfolgeplanung – Jetzt! Ein grosses Zukunftsprojekt» zeigten auf, dass das Haupthindernis für die Nachfolgeregelung die Emotionen sind: Nach durchschnittlich 30 Jahren an der Firmenspitze können sich viele Patrons nur schwer von der Entscheider-Rolle  Firmen-Kontrolle trennen, weil sie den Verlust von Status und Identität sowie um die finanzielle Absicherung ihres Lebensabends fürchten.

Aber auch die Rücksicht auf die Familie ist nicht immer zum Wohle der Firma: Die Familienmitglieder werden oft alle gleich behandelt, obwohl eigentlich auch für sie strenge Auswahlverfahren in der Personalpolitik des Unternehmens nötig wären. Es gibt zwar häufig willige, aber nicht unbedingt fähige Nachfolgekandidaten in der Familie. Weil aber die Patrons (und häufig auch Firmengründer) nicht loslassen können, suchen viele entsprechend widerwillig eine Nachfolge.

Folge: Bei über der Hälfte der Unternehmen wird die Nachfolge viel zu spät angepackt. Zudem nimmt bei Patrons gegen das Ende ihres zweiten Lebensabschnitts die Bereitschaft ab, Kapital in die Weiterentwicklung des Unternehmens zu investieren. Dies gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit der Firma und damit die Arbeitsplätze.

Finanzielle Hindernisse
Die Nachfolgen an der Spitze von KMU scheitern oft auch aus finanziellen Gründen. Als Hindernis entpuppen sich die Steuern oder die Finanzierung der Übergabe. Ein guter Teil der KMU sei wegen ihrer ungenügenden Finanzen schlichtweg unverkäuflich, sagen die Experten. Mitte der 90er Jahre hatte etwa ein Drittel der KMU weniger als 20 Prozent Eigenkapital und rund 30'000 hatten gar keins. Im internationalen Vergleich sind Schweizer KMU eher unterkapitalisiert.

Es stellt sich auch die Frage, ob das Privatvermögen für die Altersvorsorge des scheidenden Patrons und die Erbschaftserwartungen von Familienmitgliedern ausreichen. Viele abtretende Unternehmer haben kein Testament verfasst sowie keine ehe- und erbrechtlichen Massnahmen getroffen. Dies ist bedenklich, denn die Folgen überraschender Führungswechsel – beispielsweise durch Krankheit oder Tod – sind für die meisten KMU negativ bis verheerend.

Fazit: Viel Zeit einplanen
Der Nachfolgeprozess braucht viel Zeit. Die am Anlass referierenden Experten nannten fünf bis 15 Jahre. Wer mit 60 in den Ruhestand treten möchte, sollte spätestens Ende 40 die Weichen stellen. Schliesslich muss der geeignete Nachfolger respektive die geeignete Nachfolgerin gefunden und eingearbeitet sein. In der Altersgruppe zwischen Ende 40 und Anfang 60 nehmen aber nur drei Prozent der Unternehmer die Nachfolge an die Hand.

Mit dieser Ausgangslage führte die Wirtschaftskammer Baselland mit Partnerorganisationen – namentlich KPMG Basel, Winterthur Versicherungen, Generalagenturen Reinach und Liestal, sowie Remaco Merger AG Basel – zum zweiten Mal diesen Informationsanlass zur Nachfolgeplanung durch. Ziel der Informationen ist es, die komplexe Situation des Generationenwechsels in der Unternehmensführung praxisnah und auch für Laien leicht verständlich und nachvollziehbar zu vermitteln.







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