Tango und Flamenco für die Lehrabschluss-Besten!
06.07.07 - 17:00 / Autor: Urs Berger, Landrat
Liestal/Münchenstein – Die «Acostas Company» verbreitete mit ihrer mitreissenden Tango- und Flamenco-Show lateinamerikanische Lebensfreude und bot einen speziell temperamentvollen Rahmen an der diesjährigen Lehrabschluss-Prämierungsfeier im Kultur- und Sportzentrum Münchenstein. Bereits zum fünfzehnten Mal wurden die Besten der Berufsprüfungen im Kanton Basel-Landschaft (Abschluss-Note 5,3 und höher) besonders ausgezeichnet. Gastgeber waren wiederum die Wirtschaftskammer Baselland und die «Baselbieter Gönnervereinigung zur Förderung der Berufslehre». Über 500 Gäste – darunter Eltern der frisch gebackenen Berufsleute, Lehrmeisterinnen und Lehrmeister, die Berufs- schul-Lehrerschaft, Prüfungsexpertinnen und –experten sowie Baselbieter Behördenvertreter – feierten zusammen mit den gegen 100 anwesenden jungen Berufsleuten deren herausragende Prüfungserfolge.

KV-Lehrabschluss-Absolventin: Géraldine Häring (r.) mit Landrat Urs Berger, dem Leiter Berufsbildung der Wirtschaftskammer Baselland. |  |
Mit einer temperamentvollen Tango- und Gaucho-Show aus der argentinischen Pampa, mit wirbelnden Flamenco- und Salsa-Darbietungen begeisterte die bekannte «Acostas Company» die Lehrabschluss-Besten des Jahrgangs 2007 und deren Gäste an der Prämierungsfeier im Kultur- und Sportzentrum Münchenstein. Den offiziellen Rahmen der Prämierung der Besten des diesjährigen Prüfungsjahrgangs bildeten die Gratulations- und Dankes-Ansprachen von Nationalrat Hans Rudolf Gysin, Direktor Wirtschafts-kammer Baselland, und Niklaus Gruntz, Vorsteher Amt für Berufsbildung und Berufsberatung Kanton Basel-Landschaft. Die Festansprache hielt Géraldine Häring, selber erfolgreiche Lehrabschluss-Absolventin im Rang. Als Vertreterin des kaufmännischen Bereichs erwies sie ihren Kolleginnen und Kollegen aus dem gewerblich-industriellen Sektor auf besonders sympathische Art und Weise die Reverenz.
Die herausragenden Prüfungserfolge wurden von Andreas Schneider, Präsident der Wirtschaftskammer Baselland, persönlich gewürdigt und mit einem Erinnerungspräsent herzlich verdankt. Des Weiteren erhielten die erfolgreichen jungen Berufsleute einen Gutschein für den schon traditionellen Alpenrundflug. Die neun Besten der Besten – alle mit einer Note von 5,7 und mehr – wurden zusätzlich mit einem prächtigen Extra-Blumenstrauss geehrt: Lena Abt, 5,9, Coiffeuse Fachrichtung Herren, Hannelore Sieber, 5,8, Hauspflegerin, Lukas Gisin, 5,7, Multimediaelektroniker, Tanja Jeker, 5,7, Coiffeuse Fachrichtung Herren, Andreas Rocca, 5,7, Elektroniker Niveau E, Joseba Schaffner, 5,7, Fachangestellte Gesundheit, Maja Stöcklin, 5,7, Fachangestellte Gesundheit, Annick Tanner, 5,7, Fachangestellte Gesundheit, Margrit Wahl-Recher, 5,7, Hauspflegerin.
Die jungen Berufsleute dürften mit berechtigtem Stolz feststellen, dass die Früchte ihrer Ausbildung süss sind, rief Wirtschaftskammer-Direktor Hans Rudolf Gysin den Lehrabschluss-Besten in Anlehnung an ein Zitat des griechischen Philosophen Aristoteles zu. Ihre herausragenden Leistungen würde die Baselbieter KMU-Wirtschaft zuversichtlich stimmen, dass es ihr auch in Zukunft gelingen werde, ihren Fachkräfte-Bedarf einigermassen zu decken. In diesem Zusammenhang ermunterte Gysin all jene Firmen, die bislang noch keine Lernenden ausgebildet haben, sich ebenfalls nachhaltig in der Berufsbildung zu engagieren. Die KMU-Wirtschaft müsse im ureigenen Interesse selber für die Sicherstellung eines qualitativ hoch stehenden Berufsnachwuchses sorgen. Gysin nutzte die Lehrabschluss-Prämierungsfeier auch dazu, um den Baselbieter Behörden für die partnerschaftlich konstruktive Zusammenarbeit im Bereich der Berufsbildung zu danken. Diese Partnerschaft zwischen Kanton und Wirtschaft stellt eine regelrechte Erfolgsgeschichte dar, betonte Gysin und wies in diesem Zusammenhang auch auf die gemeinsam getragene Berufsschau hin, die heuer vom 17. bis 21. Oktober in Pratteln stattfinden wird. Abschliessend erinnerte Gysin die jungen Berufsleute daran, dass mit dem Lehrabschluss zwar ein ganz wichtiges Ziel erreicht ist, doch lebenslanges Lernen heute eine existenzielle Notwendigkeit für jeden darstellt.
Niklaus Gruntz, Vorsteher Amt für Berufsbildung und Berufsberatung, gratulierte den frisch gebackenen Berufsleuten im Namen der kantonalen Behörden zu ihren Superleistungen. Mit der erfolgreichen Lehrabschlussprüfung sei ein wichtiges Etappenziel auf dem beruflichen Lebensweg erreicht. «Mit Ihrer Leistung haben Sie gezeigt, dass Sie etwas leisten können und wollen.» Gruntz ermunterte die Jungen, ihr Leben fortan eigenverantwortlich in die Hand zu nehmen. «Sie können nun in das Berufsleben einsteigen, sich weiterbilden, später einen eigenen Betrieb gründen und selbständig werden.» Gruntz sieht die Berufsbildung einem ständigen Wandel und Anpassungsprozess unterworfen, sie muss dauernd optimiert und den aktuellen Bedürfnissen der Wirtschaft angepasst werden. So wenig die Berufsbildung stehen bleibt, dürften auch die Absolventen nicht stehen bleiben, betonte Gruntz.
Einen besonders sympathischen Akzent setzte Géraldine Häring mit ihrer Festansprache. Als ebenfalls erfolgreiche KV-Lehrabschluss-Absolventin im Rang richtete sie sich an ihre Kolleginnen und Kollegen und sprach wohl allen aus dem Herzen, als sie eindrücklich ihre Lehre und die dabei empfundenen Gefühle, Zweifel und Ängste schilderte. Die letzten drei Jahre seien mit Höhen und Tiefen reich gesegnet gewesen, oft habe man an sich selber gezweifelt. Heute – nach erfolgreichem Abschluss – stelle man mit Freude fest, dass sich der Einsatz gelohnt hat. Die Berufslehre war für Géraldine Häring auch eine wichtige Lebens- und Persönlichkeitsbildung. Sie habe gelernt, sich in schwierigen Situationen «durchzubeissen», Verantwortung zu übernehmen, sich durchzusetzen, Konfliktsituationen zu bestehen. «Ich bin unglaublich reich geworden in diesen drei Jahren: im Beruf, charakterlich und zwischenmenschlich.» Jeder Abschluss bedeutet aber auch ein Neuanfang, betonte Häring. Jetzt gelte es unter Beweis zu stellen, was man beruflich aber auch menschlich gelernt habe. «Es kommt eine neue, aber ebenfalls spannende Herausforderung auf uns zu.»
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