Kanton und Wirtschaftskammer im Gleichschritt
23.01.07 - 22:00 / Autor: Marcel W. Buess
Liestal - Kritischer Rückblick auf die Berufsschau 2005 und Ausblick auf die Schau 2007 sowie die Gründung des Fördervereins «E Lehr bringt mehr» waren Mitte Dezember die Themen einer Medienorientierung im Haus der Wirtschaft. Der Anlass wurde von Regierungspräsident Urs Wüthrich-Pelloli, Vorsteher der Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion, und Nationalrat Hans Rudolf Gysin, Direktor Wirtschaftskammer Baselland, geleitet.

Gründungs-Orientierung für die Medien (v. l.): Urs Berger, Rainer Füeg, Hans Rudolf Gysin und Regierungspräsident Urs Wüthrich-Pelloli. |  |
Regierungspräsident Urs Wüthrich-Pelloli wies in seiner Einleitung darauf hin, dass im Kanton seit Jahren eine nachhaltige und erfolgreiche Lehrstellenoffensive betrieben wird. Dabei finde eine enge Zusammenarbeit mit der Wirtschaft statt. Die Wirtschaftskammer Baselland sei bereits vor einigen Jahren mit einem kantonalen Leistungsauftrag zur Schaffung von Lehrstellen beauftragt worden. Das erfolgreiche Wirken des von der Wirtschaftskammer eingesetzten Lehrstellenförderers Urs Berger bestätige die Richtigkeit dieses Vorgehens. Daneben braucht es laut Wüthrich aber auch eine kontinuierliche Sensibilisierung der Öffentlichkeit. Die Durchführung der Pratteler Berufsschau sei deshalb unerlässlich.
Starkes Engagement der KMU «Rund 40'000 Besucherinnen und Besucher, 170 Lehrberufe, 2500 Quadratmeter Ausstellungsfläche, über 90 Aussteller an 63 Ständen»: Mit diesen beeindruckenden Fakten rief Nationalrat Hans Rudolf Gysin, Direktor Wirtschaftskammer, die Berufsschau 2005 in Erinnerung. Gerade für die KMU-Wirtschaft hat die Berufsbildung einen sehr hohen Stellenwert und die richtige Berufswahl ist eine der wichtigsten Weichenstellungen im Leben, betonte Gysin.
Die Berufsschau füge sich nahtlos ins duale Berufsbildungssystem ein, das einerseits die praxisbezogene Ausbildung im Betrieb und andererseits den theoretischen Unterricht an den Berufsschulen beinhalte. Dieses System hat sich aus Sicht der Wirtschaft bewährt und man wird sich vehement gegen eine «Verschulung» der Berufsbildung wehren, hielt Gysin dezidiert fest.
Der Wirtschaftskammer-Direktor dankte ausdrücklich für die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit dem Kanton sowie für die finanzielle und ideelle Unterstützung der Berufsschau. Die Pratteler Schau, die vor mehr als 10 Jahren von der Wirtschaftskammer lanciert worden sei und nach wie vor hauptverantwortlich vom Haus der Wirtschaft bestrit-ten werde, sei eine in jeder Hinsicht lohnende Investition.
Gute Noten für die Berufsschau 2005 Im Auftrag der Wirtschaftskammer hat die Firma Borisat GmbH eine externe Evaluation zur Berufsschau 2005 durchgeführt. Laut Dr. Rainer Füeg, der die Ergebnisse vorstellte, nahmen an dieser wissenschaftlich durchgeführten Umfrage insgesamt 4229 Schülerinnen und Schüler, 177 Lehrpersonen und 37 Aussteller teil. Fazit der Untersuchung: insgesamt gute bis sehr gute Noten und einige Punkte, die noch Optimierungspotenzial aufweisen.
Für Niklaus Gruntz, Vorsteher Amt für Berufsbildung und Berufsberatung (AfBB), gibt die Evaluation wichtige Hinweise für die Zukunft. Das AfBB hoffe auf eine Weiterführung der Schau in Pratteln, denn damit würde den Jugendlichen eine einzigartige Möglichkeit geboten, Berufe und Berufsfelder praxisnah kennenzulernen.
Ausblick auf die Berufsschau 2007 Die Vorbereitungen für die nächste Berufsschau, die vom 17. bis 21. Oktober 2007 wiederum im KUSPO Pratteln stattfindet, sind bereits voll im Gange. Laut dem verantwortlichen Projektleiter Urs Berger werden sich 175 Berufe auf einer Fläche von 2700 Quadratmetern präsentieren. Voraussichtlich nähmen 110 Aussteller daran teil – 15 mehr als 2005.
Unter dem Motto «Berufe an der Arbeit» würden die jeweiligen Berufs- und Branchenverbände ihre Berufsgruppen und Einzelberufe mit attraktiven Präsentationen vorstellen. Die interessierten Jugendlichen hätten wiederum die Möglichkeit, selbst «Hand anzulegen».
Förderverein «E Lehr bringt mehr» Abschliessend orientierte der Baselbieter Bildungsdirektor, Urs Wüthrich-Pelloli, über die Gründung des Fördervereins «E Lehr bringt mehr». In diesem Verein sollen alle Akteure der Berufsbildung gebündelt werden: Kanton, Gemeinden und Sozialpartner. Der Förderverein wolle die Berufsbildung als attrak-tive, eigenständige Ausbildungsform bekannt machen. Im Weiteren sollten insbesondere Jugendliche, die Mühe hätten, eine Lehrstelle zu finden, und Betriebe, die ausbilden, gezielt unterstützt werden.
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