Förderverein «E Lehr bringt mehr» gegründet
14.12.06 - 10:00 / Autor: Mario Stoppa
Liestal - Im Haus der Wirtschaft in Liestal blickten Regierungspräsident Urs Wüthrich-Pelloli, Vorsteher Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion Baselland, und Nationalrat Hans Rudolf Gysin, Direktor Wirtschaftskammer Baselland, auf die Berufsschau 2005 zurück. Gleichzeitig stellte Dr. Rainer Füeg die Ergebnisse einer Umfrage vor, die im Anschluss an die letzte Berufsschau durchgeführt worden ist und dieser insgesamt sehr gute Noten ausstellte. Niklaus Gruntz, Vorsteher Amt für Berufsbildung und Berufsberatung, unterstreichte den hohen Stellenwert der Berufsschau. Die Vorbereitungen der Berufsschau 2007 laufen laut Urs Berger, Bereichsleiter Berufsbildung der Wirtschaftskammer, bereits auf Hochtouren. Im kommenden Jahr präsentieren sich 175 Berufe auf 2'700 Quadratmetern Ausstellungsfläche im Kultur- und Sportzentrum (KUSPO) Pratteln. Und mit dem neuen Förderverein «E Lehr bringt mehr» wollen Kanton und Wirtschaftskammer das Engagement für die Berufsbildung weiter intensivieren und auf eine breitere Basis stellen.
Regierungspräsident Urs Wüthrich-Pelloli wies darauf hin, dass im Kanton Basel-Landschaft seit Jahren eine nachhaltige und erfolgreiche Lehrstellenoffensive betrieben wird. Dabei finde eine enge Zusammenarbeit mit der Wirtschaft statt und die Wirtschaftskammer Baselland seit bereits vor einigen Jahren mit einem kantonalen Leistungsauftrag zur Schaffung von Lehrstellen beauftragt worden. Das erfolgreiche Wirken des von der Wirtschaftskammer eingesetzten Lehrstellenförderers Urs Berger bestätige die Richtigkeit dieses Vorgehens. Daneben braucht es laut Wüthrich aber auch eine kontinuierliche Sensibilisierung der Öffentlichkeit und die Durchführung der Berufsschau in Pratteln sei deshalb unerlässlich.
Wichtiges Engagement der Wirtschaft «Rund 40'000 Besucherinnen und Besucher, 170 Lehrberufe, 2'500 Quadratmeter Ausstellungsfläche, über 90 Aussteller in 63 Ständen.» Mit diesen beeindruckenden Fakten rief Nationalrat Hans Rudolf Gysin, Direktor Wirtschaftskammer Baselland, die Berufsschau 2005 in Erinnerung. Gerade für die KMU-Wirtschaft hat die Berufsbildung einen sehr hohen Stellenwert und die richtige Berufswahl ist eine der wichtigsten Weichenstellungen im Leben, betonte Gysin. Die Berufsschau fügt sich nahtlos in unser duales Berufsbildungssystem ein, das einerseits die praxisbezogene Ausbildung im Betrieb und den theoretischen Unterricht an den Berufsschulen beinhaltet. Dieses System hat sich aus Sicht der Wirtschaft bewährt und man wird sich vehement gegen eine «Verschulung» der Berufsbildung wehren, stellte Gysin dezidiert fest. Ausdrücklich dankte Hans Rudolf Gysin für die gute Zusammenarbeit mit dem Kanton und für die finanzielle und ideelle Unterstützung der Berufsschau.
Die Berufsschau, die vor mehr als 10 Jahren von der Wirtschaftskammer lanciert wurde und nach wie vor hauptverantwortlich vom Haus der Wirtschaft bestritten wird, ist eine in jeder Hinsicht lohnende Investition. Wörtlich sagte Gysin: «Wir investieren in die Berufsbildung, in den beruflichen Nachwuchs und damit vor allem auch in die Zukunft einer funktionierenden und erfolgreichen Wirtschaft.»
Gute bis hervorragende Noten für die Berufsschau 2005 Im Auftrag der Wirtschaftskammer führte die Firma Borisat GmbH eine externe Evaluation zur Berufsschau 2005 durch. Laut Dr. Rainer Füeg, welcher die Ergebnisse vorstellte, nahmen insgesamt 4229 Schülerinnen und Schüler, 177 Lehrpersonen und 37 Aussteller an dieser wissenschaftlich durchgeführten Umfrage teil. Von allen Befragungsgruppen erhielt die Berufsschau 2005 gute bis hervorragende Noten. Für 85 Prozent der befragten Jugendlichen ist der Besuch der Berufsschau Pflicht. Für zwei Drittel der befragten Lehrpersonen bildet sie einen festen Bestandteil des Berufsschulunterrichts. Und die Aussteller ihrerseits zeigen sich ebenfalls zufrieden mit dem Anlass. Die Hauptbotschaft der Umfrage: Die Berufsschau muss unbedingt weitergeführt werden. Die Evaluation zeigte im Weiteren aber auch klar, dass der Besucherstrom seitens der Schulen ausgewogener auf die fünf Ausstellungstage kanalisiert werden muss, nachdem der Ansturm vor allem an einzelnen Vormittagen fast nicht mehr bewältigt werden konnte. Für Niklaus Gruntz, Vorsteher Amt für Berufsbildung und Berufsberatung Baselland, geben die Evaluation wichtige Hinweise für Zukunft. Sein Amt hofft auf eine Weiterführung der Berufsschau in Pratteln, denn damit erhalten die Jugendlichen eine einzigartige Möglichkeit, Berufe und Berufsfelder praxisnah kennen zu lernen, betonte Gruntz.
Ausblick auf die Berufsschau 2007 Die Vorbereitungen für die nächste Berufsschau, die vom 17. bis 21. Oktober 2007 im Kultur- und Sportzentrum in Pratteln stattfindet, sind bereits voll im Gange. Laut Urs Berger, dem verantwortlichen Projektleiter, werden sich 175 Berufe auf einer Fläche von 2'700 Quadratmetern präsentieren. Voraussichtlich nehmen 110 Aussteller – fünfzehn mehr als 2005 – daran teil. Unter dem Motto «Berufe an der Arbeit» werden die jeweiligen Berufs- und Branchenverbände ihre Berufsgruppen und Einzelberufe mit attraktiven Präsentationen vorstellen. Die interessierten Jugendlichen haben wiederum die Möglichkeit, selbst «Hand anzulegen».
Förderverein «E Lehr bringt mehr» Abschliessend orientierte der Baselbieter Bildungsdirektor, Regierungspräsident Urs Wüthrich-Pelloli, über die Gründung des Fördervereins «E Lehr bringt mehr». In diesem Verein sollen alle Akteure der Berufsbildung gebündelt werden: der Kanton, die Gemeinden und die Sozialpartner. Der Förderverein will die Berufsbildung als attraktive, eigenständige Ausbildungsform bekannt machen. Im Weiteren sollen insbesondere Jugendliche, die Mühe haben, eine Lehrstelle zu finden, und Betriebe, die ausbilden, gezielt unterstützt werden. Der Förderverein wird präsidiert von den beiden Co-Präsidenten Urs Berger, Bereichsleiter Berufsbildung Wirtschaftskammer und Niklaus Gruntz, Vorsteher Amt für Berufsbildung und Berufsberatung.
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