«Lehrbetriebsverbund ist eine gute Sache»
24.07.06 - 08:00 / Autor: Marcel W. Buess
Grellingen - Nach den Sommerferien beginnt Nadine Borer aus Brislach ihre dreijährige Lehre als Betriebspraktikantin bei der Gemeinde Grellingen. Die Gemeindeverantwortlichen, allen voran Gemeindepräsident Franz Meyer, freuen sich auf ihre neue Mitarbeiterin und sind froh, dank des Lehrbetriebsverbundes der Wirtschaftskammer Baselland diesen Ausbildungsplatz anbieten zu können, wie Franz Meyer bei einem kürzlich geführten Gespräch versichert hat.

Für Grellingens Gemeindepräsident Franz Meyer ist die Verbundausbildung gerade für kleine Kommunalverwaltungen ideal. |  |
Schon verschiedentlich wurden auf der Grellinger Gemeindeverwaltung Praktika oder im Werkhof Schnupperlehren absolviert. Das Interesse an der Gemeinde als Arbeitgeberin und Ausbildnerin besteht. Nach den Sommerferien wird zum Beispiel ein Praktikant von der Handelsschule auf der Verwaltung tätig sein.
Ungünstige Betriebsgrösse – ideale Lösung mit Verbund Aufgrund der Grösse – die Gemeinde Grellingen zählt etwas mehr als 1'700 Seelen – und angesichts des Stellenplans – 280 Stellen-Prozente auf der Verwaltung, 200 Prozent im Werkhof – sind die personellen Ressourcen jedoch schlicht zu knapp, um aus eigener Kraft Lehrlingen eine vollwertige Ausbildung und im Besonderen eine professionelle, umfassende Begleitung und Betreuung bieten zu können. Der Lehrbetriebsverbund der Wirtschaftskammer Baselland ist für die Gemeinde also eine ideale Lösung.
Die praktische Ausbildung findet in der Gemeindeverwaltung statt. Theorie, Administration und schulische Begleitung obliegen der Verbundorganisation im «Haus der Wirtschaft». Gemeindepräsident Franz Meyer ist überzeugt, dass dieses Modell auch im Bereich kleinerer öffentlicher Verwaltungen bestens funktionieren und sich bewähren wird. Deshalb will Meyer ab 2007 – neben der Betriebspraktiker-Ausbildung – auch auf der Gemeindeverwaltung einen Lehrplatz anbieten, natürlich wiederum im Rahmen des Verbundes.
Verbund schafft neue Lehrstellen In Grellingen selbst werden durchschnittlich 4 bis 6 Lehrlinge ausgebildet. Gut die Hälfte der Ausbildungsplätze wird von der Papierfabrik Ziegler angeboten. Früher gab es deutlich mehr ortsansässige Betriebe, die Lehrlinge ausgebildet haben. Für Franz Meyer ist es deshalb wichtig, dass sich die Gemeinde nun auch in diesem Bereich engagieren und ein positives Zeichen setzen kann.
Mit der Lehrlingsausbildung wird sich das Spektrum der Gemeinde als Arbeitgeberin zweifellos erweitern. Meyer freut sich auf diesen neuen, zweifellos spannenden Abschnitt. Gleichzeitig hofft der Gemeindepräsident, mit dem Beispiel der Gemeindeverwaltung weitere Betriebe in Grellingen zur Lehrlingsausbildung im Verbund motivieren zu können.
Abwechslungsreiche Tätigkeit Die Betriebspraktiker-Lehrstelle wurde in der Grellinger Dorfzeitung ausgeschrieben. Als einzige Interessierte meldete sich Nadine Borer aus Brislach. Nach einer kurzen Schnupperlehre im Werkhof waren beide Seiten überzeugt, die Verbundlehre zu starten. Nach den Sommerferien beginnt die dreijährige Lehre von Nadine Borer als Betriebspraktikerin.
Die Tätigkeiten, welche der Werkhof im Dienste und zum Wohl der Gemeinde zu erfüllen hat, sind sehr vielfältig. Neben dem Strassenunterhalt und den laufenden Reinigungsarbeiten gehören zum Beispiel die Hege und Pflege der Grünanlagen und der Sportplätze, das Schneiden der Bäume entlang öffentlicher Wege und verschiedene weitere Unterhaltsarbeiten dazu. Im Winter gehört natürlich auch die Schneeräumung ins Pflichtenheft des Werkhofs. Und im Sinne freundnachbarschaftlicher Beziehungen sowie angesichts eines besser dotierten Maschinenparks erfüllt der Grellinger Werkhof auch verschiedene Aufgaben in der kleineren Nachbargemeinde Nenzlingen.
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