Wirtschaftskammer Baselland - Unsere Ressourcen sind Köpfe
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Unsere Ressourcen sind Köpfe
11.03.07 - 23:00 / Autor: Patrick M. Lucca

Klosters - Einen würdigen Abschluss fand die SGV-Winterkonferenz 2007 mit dem Referat von Ursula Renold, Direktorin des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie (BBT). Sie bewies erneut, dass sie die Anliegen des Gewerbes kennt und versteht.


Die BBT-Chefin Ursula Renold wollte sich von Beginn weg auch nicht vor heiklen Themen drücken. So nahm sie Stellung zur Frage, ob die heutigen Jugendlichen qualitativ schlechter seien als die früheren Generationen. «Das behaupteten schon die alten Griechen und Römer, und es traf wohl nie zu», meinte sie dezidiert. Einen wichtigen Unterschied machte Renold, dennoch aus: 1980 schafften bloss 70 Prozent aller 20-Jährigen einen Lehrabschluss, während es 2006 ganze 91 Prozent waren.

Lehrmeister: keine Sozialpädagogen
Das BBT führt übrigens die Tatsache, dass die Schweiz mit ihrer Jugendarbeitslosigkeit von rund sieben Prozent in Westeuropa am besten abschneidet, auf das funktionierende Dualssystem zurück. Ursula Renold appellierte denn auch an die Gewerbler, weiterhin Lehrstellen zur Verfügung zu stellen, denn in wenigen Jahren werden sie angesichts der sinkenden Schülerzahlen um Lehrlinge kämpfen müssen: «Schwierige Jugendliche finden eher Befriedigung in der Berufslehre als in der Schule. Und wir müssen ihnen helfen, sonst gleiten sie in Arbeitslosigkeit ab und entwickeln sich zum sozialen Sprengstoff.» Die Behörden können die Lehrbetriebe dabei wirksam unterstützen. «Wir wissen sehr wohl, dass Lehrmeister keine Sozialpädagogen sind und sein können.»

Duales System verteidigen
Ein wichtiges Anliegen ist für Renold der Anschluss an die Bemühungen der EU, zur «wettbewerbsfähigen Wissensgesellschaft zu werden». Dabei gehe es vorab um Vergleichbarkeit der Qualifikationen. «Wir sehen heute, dass hier kein europäischer Papiertiger entsteht, sondern ein System, bei dem wir intensiv mitarbeiten müssen.» Dabei müssten insbesondere das duale System und die höhere Berufsbildung verteidigt werden. «Sonst drohen eine Dominanz der verschulten Strukturen und Hindernisse für die Mobilität unserer Berufsleute», hielt die BBT-Direktorin fest.

Gegen Sparübungen
Für Ursula Renold ist klar, dass «unsere einzigen Ressourcen die Köpfe sind». Neben der so erfolgreichen Grundbildung gelte es, zur höheren Berufsbildung Sorge zu tragen. Deshalb könnte es nicht sein, dass in diesem Bereich gespart wird, wie dies einige Kantone versuchen. «Ich werde wie eine Löwin für die Realisierung des neuen Berufsbildungsgesetzes kämpfen. Die KMU-Wirtschaft darf bei den laufenden Verteilungskämpfen nicht benachteiligt werden. Zusammen mit den kantonalen Erziehungsdirektoren müssten optimale Lösungen gesucht werden.

Förderung der Jungunternehmer
Energisch bekämpfen werde man auch alle Bemühungen, die Fachhochschulen zu «verakademisieren». In allen neuen Rechtserlassen müsse die notwendige Gleichbehandlung und Differenzierung der Fachhochschulen sichergestellt werden, insbesondere auch der reibungslose Übergang in die demnächst neu gestaltete Hochschullandschaft. Für Renold ist aber auch wichtig, dass die Fachhochschulen die bisherige Nähe zur KMU-Wirtschaft behalten und weiterentwickeln.

Die Referentin kündigte an, dass die anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung an den Fachhoch-schulen sowie deren konkrete Zusammenarbeit mit den KMU von der Kommission für Technologie und Innovation des BBT massiv gefördert werden sollen. «Das Innovationspotenzial ist enorm, und es können insbesondere die Jungunternehmen profitieren.»







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