Krisenstimmung bei den KMU?
15.06.09 - 17:00 / Autor: Simon F. Eglin (Quelle: Ernst & Young)
Die Verschiebung von geplanten Investitionen schätzen die schweizerischen KMU als wirkungsvollste Strategie ein, um sich von der Finanz- und Wirtschaftskrise abzusichern. Zu diesem Schluss kommt die im Jahresrhythmus durchgeführte Studie „Mittelstandsbarometer“ des Wirtschaftsprüfers Ernst & Young, die auf einer Befragung der Geschäftsführer von 700 mittelständischen schweizerischen Unternehmen basiert. Die KMU der Nordwestschweiz scheinen bislang eher unterdurchschnittlich betroffen zu sein.

Ist die Krise schon angekommen? |  |
Die Finanzkrise hat zweifelsohne auch die Realwirtschaft erreicht, wie die aktuelle Umfrage „Mittelstandsbarometer“ von Ernst & Young belegt. Während im November 2008 noch eine Mehrheit von 54 Prozent der befragten Unternehmen der Auffassung war, die Finanzkrise wirke sich nicht auf ihr Geschäft aus, teilen im Februar 2009 nur noch 42 Prozent diese Meinung. 17 Prozent spüren die Auswirkungen der Finanzkrise sogar sehr deutlich. Betroffen sind alle Wirtschaftssektoren, vor allem aber Industrie und Handel.
Baselland nicht stark betroffen Vor allem auf dem Platz Zürich liegt der Anteil jener, die die Auswirkungen der Finanzkrise im Tagesgeschäft spüren, über dem Durchschnitt. In der Genferseeregion, der Nordwestschweiz, der Zentral- und der Ostschweiz hingegen, haben bislang überdurchschnittlich wenige Firmen Auswirkungen auf ihr Geschäft registriert. Ein Blick in die Nachbarländer zeigt, dass vor allem mittelständische Unternehmen in Österreich von der Krise stark betroffen sind, zuvorderst das Baugewerbe. Dies im Gegensatz zu den deutschen KMU, die sich bislang noch am deutlichsten als nicht betroffen beschreiben.
Die Konsequenzen gezogen? Rund 15 Prozent der schweizerischen Betriebe haben bereits Massnahmen ergriffen, um die Krise zu überwinden. Demgegenüber stehen allerdings 66 Prozent, die angesichts der bevorstehenden Krise noch überhaupt keine Massnahmen getroffen haben und dies auch nicht planen. Am wenigsten vorbereitet scheint der Bau- und Energiesektor zu sein. Dort herrscht momentan noch eine vergleichsweise gute Auftragslage. Im Gegensatz zu Österreich und Deutschland wird in der Schweiz noch entspannt mit der Krise umgegangen. In allen drei Ländern zeigt sich, dass vor allem das verarbeitende Gewerbe überdurchschnittlich stark Massnahmen eingeleitet hat, de facto also auch am stärksten betroffen ist. Für die meisten Unternehmen zählt die Verschiebung geplanter Investitionen zu den Massnahmen, von denen sie sich am schnellsten Ergebnisse versprechen. An zweiter Stelle steht die Durchführung von Kostensenkungsprogrammen, gefolgt von der Verschiebung von geplanten Einstellungen.
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