Wirtschaftskammer Baselland - Tatbeweis statt nur Jammerei
Wirtschaftskammer Baselland Wirtschaftskammer Baselland
Tatbeweis statt nur Jammerei
18.04.07 - 09:00 / Autor: Edi Borer, Redaktor

Bern/Liestal - Die eidg. «Bauspar-Initiative» will mit attraktiven Anreizen den Energieverbrauch bei bestehenden Wohnbauten senken, mit einer echten Innovation: dem steuerbegünstigten Energiespar-Bausparen – eine Bausparform, von der ausschliesslich die Wohneigentümer und in der Folge auch die Umwelt profitieren. Anstelle der vielen Worte, mit denen die Klima-Erwärmung jetzt beklagt wird, ist Energiespar-Bausparen ein sehr direktes und vor allem nachhaltig wirksames Instrument, um Energie-Sparmassnahmen tatsächlich auch umzusetzen.


Jetzt sollen auch bestandene Wohneigentümer – und nicht wie bisher nur Mieter – von den Vorteilen des Bausparens profitieren können. Dies zum Nutzen der Umwelt – konkret gegen die Klima-Erwärmung.

Bestehende Wohnbauten sanieren – ohner staatlichen Zwang
Die eidgenössische «Bauspar-Initiative», beinhaltet – neben der schweizweiten Einführung des  Bausparens zum Ersterwerb von selbstbewohntem Wohneigentum – als Schweizer Premiere auch das «Energiespar-Bausparen». Mit dieser völlig neuen Form besteht für auch langjährige Wohneigentümer die Möglichkeit, Kapital steuerfrei anzusparen, das für grössere Investitionen in energieeinsparende Sanierungen des selbstbewohnten Eigenheims eingesetzt wird.

Doch während die Kantone den Zwangs-Sparhebel und diesen in erster Linie bei Neubauten ansetzen wollen, wie die kantonalen Energiedirektoren Ende März angekündigt haben, wählt die eidgenössische «Bauspar-Initiative» mit ihrem innovativen Energiespar-Bausparen den Weg über steuerliche Anreize für Wohneigentümer. Und diese neue Bausparform will bei der bereits bestehenden Wohnbausubstanz nachhaltige Energie-Einsparungen bewirken.

Enormes Einspar-Potenzial
Dabei geht es punkto Energie-Einsparungen nicht etwa um «Peanuts». Vielmehr herrscht in unserem Land ein grosser Nachholbedarf und damit ein enormes Sparpotenzial, das mit dem Energiespar-Bausparen unkompliziert und vor allem nachhaltig genutzt werden soll: Weniger als die Hälfte der in der Schweiz vor  1980 gebauten Wohnhäuser sind bisher energietechnisch saniert worden!

Das Energiespar-Bausparen setzt genau hier den Sparhebel an und motiviert bestandene Wohneigentümer, umfassendere Energiespar-Sanierungen vorzunehmen – nicht mit Zwang, sondern mit Anreizen über Steuervergünstigungen und Energiesparprämien. Kommt hinzu, dass mit Energiespar-Massnahmen auch die Energiekosten für Heizung und Warmwasser dauerhaft sinken.

Ein Gebot der Stunde
An den Medienorientierungen vom 27. März in Bern und Liestal zum Start der Unterschriftensammlung der «Bauspar-Initiative» (siehe Artikel auf Seiten 1–3 in dieser Ausgabe) brachte Regierungsrätin Elsbeth Schneider, Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektorin, das «Gebot der Stunde» auf den Punkt:

«Ein Gebäude, das vor 1980 erstellt worden ist, benötigt in der Regel rund achtmal mehr Energie als eines, dass nach heutigem Minergie-P-Standard gebaut wird.» Eine massgebliche Reduktion des Energieverbrauchs – und damit auch des CO2-Ausstosses – erreiche man aber durch bauliche Massnahmen wie Gebäude-Isolation oder Einbau von besser isolierenden Fenstern usw. Weitere Einsparmöglichkeiten würden darüber hinaus Einrichtungen für erneuerbare Energieträger bieten: zum Beispiel Solaranlagen, Wärmepumpen, Holzschnitzelheizungen usw.

Knackpunkt Investitionskosten
Allerdings ist auch klar, dass solche Energiespar-Massnahmen vom Eigenheimbesitzer – trotz langfristig tieferer Energiekosten – recht hohe Investitionen erfordern. Deshalb scheut man sich häufig vor einer umfassenden Erneuerung und beschränkt die Sanierung auf jährliche kleinere Einzelmassnahmen, um das steuerbare Einkommen zu glätten.

Eine umfassende Sanierung ist allerdings nur möglich, wenn auch das Kapital zur Verfügung steht, denn zur Renovation z. B. der Gebäudehülle eines durchschnittlichen Einfamilienhauses sind rasch einmal 40'000 Franken notwendig. Und der Preis einer Solaranlage zur Produktion von Warmwasser kommt auf mindestens 10'000 Franken zu stehen.

Echter Anreiz
Es ist also sinnvoll, ein echtes Anreizsystem einzuführen, das Wohneigentümer tatsächlich dazu motiviere, das Sanierungskapital diszipliniert und konsequent anzusparen. Ein solcher Anreiz ist das «Energiespar-Bausparen», denn die damit verbundenen Steuererleichterungen sind zeitlich begrenzt, was zu regelmässigen Bauspareinlagen anhält.

Für den Wirtschaftskammer-Direktor, Nationalrat Hans Rudolf Gysin, ist klar: «Mit dem Energiespar-Bausparen wird auch das grosse Potenzial an bestehenden energiefressenden Wohngebäuden aktiv saniert – ohne staatlichen Zwang notabene, mit einem attraktiven Anreiz-System, das einen konkreten Tatbeweis erfordert.»

Alle profitieren
Gysin fasst die überragenden Vorteile des Energie-Bausparens so zusammen: «Dass auch diese Bausparform für den Fiskus kein Verlustgeschäft ist, belegen die Erfahrungen mit dem Bausparen in Baselland: Damit werden in der regionalen Wirtschaft Millionen-Investitionen ausgelöst, von denen zu guter Letzt auch wieder der Fiskus profitiert. Energiespar-Bausparen ist sowohl für die Wohneigentümer als auch für den Kanton, für die KMU-Wirtschaft mit ihren Arbeits- und Ausbildungsplätzen und vor allem auch für die Umwelt ein echter Gewinn – eine Win-win-Situation für alle also.»




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