Krähenbühl redet Klartext
08.05.08 - 15:00 / Autor: Rudin Lorenz
Liestal, 8. Mai 2008 – Die Kritik der Wirtschaftskammer Baselland hat gefruchtet. Der Baselbieter Regierungsrat wehrt sich aktiv gegen die wirtschaftsfeindliche Verkehrspolitik des Stadtkantons. Anlass dazu bietet die Vernehmlassung zum neuen Basler Richtplan. Gemäss Baselbieter Regierung und im speziellen Baudirektor Jörg Krähenbühl wird die Entwicklung des motorisierten Privatverkehrs im neuen Basler Richtplan nicht berücksichtigt. Gerade im Zusammenhang mit fehlenden Parkplatzflächen und mit den regelmässigen Stosszeitenstaus eine verkehrspolitische Sünde, welche am Schluss die Baselbieter Gemeinden rund um die Stadt auszubaden haben. Regierungsrat Krähenbühl ruft diesbezüglich zur gemeinsamen Problemlösung auf.

Mutige Haltung von Baudirektor Jörg Krähenbühl und der Baselbieter Regierung |  |
Fehlender Parkraum und überlastete Verkehrsachsen in der Stadt Basel machen sich täglich sowohl in der Stadt selbst wie auch in den Baselbieter Nachbargemeinden bemerkbar. Nach entsprechenden Lösungsvorschlägen sucht man jedoch im vorliegenden Entwurf des neuen Basler Richtplans vergebens. Vielmehr setzt der Richtplan auf den Ausbau des öffentlichen und des Langsamverkehrs. Die Stadt Basel soll sich offenbar zu einer schmucken Wohn-Stadt mausern. Was die Planer aufgrund dieses hehren Ziels vergessen: Für die Wohlfahrt einer Stadt ist in erster Linie deren Wirtschaft verantwortlich. Gerade für diese Wirtschaft sind eine effiziente Verkehrsführung und ausreichende Parkplatzkapazitäten zentral. Man kann Pendler nicht zwingen, mit dem ÖV zur Arbeit zu gehen. Genau so wenig werden in Zukunft KMU mit dem Velo zu ihren Kunden fahren. Der Kanton Basel-Stadt verdrängt diesen Sachverhalt und nimmt auch in Zukunft wirtschaftsschädigende Staus und das Ausweichen auf Parkraum in den Nachbargemeinden in Kauf.
Notwendige Verbesserungsvorschläge Diese Tatsache will nun die Baselbieter Regierung, insbesondere Regierungsrat Jörg Krähenbühl nicht einfach hinnehmen und verlangt entsprechende Verbesserungsvorschläge im Basler Richtplan. Vor allem fordert die Baselbieter Regierung, dass langfristige verkehrspolitische Entscheide, wie sie in einem Richtplan enthalten sind, sowohl mit dem Kanton Baselland wie auch mit den Nachbargemeinden koordiniert werden.
Mutige Haltung Mit der Forderung nach Verbesserungen im Basler Richtplan kommt die Regierung des Kantons Basel-Landschaft endlich dem Verlangen der Wirtschaftskammer Baselland nach, sich aktiv in die Verkehrspolitik des Kantons Basel-Stadt einzumischen. Seit längerem sind in der basel-städtischen Verkehrspolitik wirtschaftsfeindliche Tendenzen erkennbar – siehe insbesondere Thematik „Parkraumbewirtschaftung“, welche sich auch auf das Baselbiet auswirken. Eine solche Politik darf nicht kommentarlos gutgeheissen werden. Aus diesem Grund ist die Wirtschaftskammer über die mutige Haltung von Regierungsrat Jörg Krähenbühl und der gesamten Baselbieter Regierung hoch erfreut.
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