Vorsorge: Das "Fuder" nicht überladen
12.08.09 - 03:25 / Autor: Hans Rudolf Gysin
Zu Recht beneiden uns die Nachbarländer, aber auch Industrienationen in Übersee, um unser Vorsorgesystem. Sein Drei-Säulen-Fundament ist ein sinnvoller und finanzierbarer Mix aus staatlich regulierter Altersfinanzierung mit paritätischen Beiträgen der Arbeitnehmer und Arbeitgeber, aber auch mit Eigeninitiative und Mitverantwortung. Ich bin überzeugt, dass wir mit diesem System auch mittel- bis längerfristig auf eine Altersvorsorge zählen können, die zu den besten in Europa und in der Welt zählt.
Allerdings: Dazu müssen wir auch Sorge tragen. Es zeigt sich nämlich in zunehmendem Masse, dass die Kosten sozialer Einrichtungen – ich denke nicht zuletzt an die Krankenkassenprämien – durch eine geradezu überbordende Anspruchshaltung aus dem Ruder zu laufen drohen. In der Altersvorsorge ist dies – kurzfristig absehbar – noch nicht der Fall. Um so mehr ist darauf zu achten, dass das finanzielle Fuder nicht überladen wird. Eine Erhöhung der MwSt zugunsten der IV ist kurzfristig und zeitlich begrenzt eine notwendige Übergangslösung, sozialpolitisch längerfristig betrachtetwürden solche bequemen «Finanzierungsauswege» jedoch zum unbezahlbaren Fass ohne Boden verkommen.
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