3. Tunnelröhre unumgänglich
24.07.07 - 13:00 / Autor: Edi Borer (zVg.)
Eptingen - Ende Juni fand in Eptingen die letzte Sitzung der Belchenkommission statt. Sie hat die Ergebnisse eines mehrjährigen Drainagestollen-Versuchs zur Kenntnis genommen. Die Kommission empfiehlt den Bundesbehörden, den Sanierungstunnel Belchen STB (3. Tunnelröhre) definitiv zu realisieren, weil sein volkswirtschaftlicher Nutzen dessen Kosten bei bei weitem übersteigt.

Letzte Sitzung der «Belchenkommission». |  |
Die Geschichte des 1970 eröffneten Belchentunnels ist geprägt durch den Einfluss des stark quellendenGipskeupers. Verschiedene langfristige Messungen dokumentieren eine stetige Zunahme der Quellverformungen im Sohlbereich des Tunnels und Quelldrücke, die auf den Tunnel einwirken.
Belchen-Wasser drainieren? Einen möglichen Ansatz sah man in der Drainage des Felskörpers, da Ton und Anhydrit nur quellen, wenn Wasser dazukommt. Die Experten beurteilten seinerzeit die Chancen als relativ gut, wenn es gelingen würde, mit einem unter den Tunnelröhren verlaufenden Stollen das Wasser aus dem Gestein wegzudrainieren: Dadurch hätte die weitere Lebensdauer des Tunnelbauwerkes deutlich verlängert werden können.
Im Januar 1997 entschied die Belchenkommission, einen Versuchsstollen unter den Röhren zu bauen, um die Machbarkeit und insbesondere Wirksamkeit einer Drainage des Gipskeupers und deren Auswirkungen auf das Quellen zu beobachten.
Zu geringer Effekt Der Versuchsdrainagestollen bringen jedoch zu wenig Wasser. Es wurde auch festgestellt, dass die Quellvorgänge im Gipskeuper auch nach vielen Jahren noch nicht abgeklungen sind. Der Versuchsdrainagestollen brachte wertvolle Erkenntnisse im Hinblick auf das Quellverhalten von Juragestein allgemein. Auch mit einem durchgehenden Drainagestollen können die 2. bauliche Instandsetzung und dementsprechend die Verkehrsbeeinträchtigungen während der Instandsetzungszeit nicht vermieden werden. Ein durchgehender Stollen ist somit keine Alternative zur 3. Belchenröhre.
3. Belchenröhre unumgänglich Die ab ca. 2018 anstehende zweite Instandsetzung dauert pro Röhre ca. 1,5 bis 2 Jahre. Ohne 3. Tunnelröhre würde dies bedeuten, dass der Belchentunnel während drei bis vier Jahren nur im Gegenverkehr betrieben werden könnte. Eine mit neuen Verkehrszahlen aktualisierte Zweckmässigkeitsbeurteilung führte zur Erkenntnis, dass die volkswirtschaftlichen Kosten (Staukosten) nur in einem wirtschaftsverträglichen Rahmen bleiben, wenn auch während der Sanierungsphasen grundsätzlich die Kapazität von zwei Fahrstreifen pro Richtung zur Verfügung steht.
Klare Empfehlung an den Bundesrat Basierend auf diesen Erkenntnissen empfiehlt die Belchenkommission, den Sanierungstunnel Belchen als voll funktionsfähigen Autobahntunnel (3. Tunnelröhre gem. Artikel 43b des Strassengesetzes Kanton Basel-Landschaft) zu realisieren. Nur auf diese Weise kann vermieden werden, dass während der zwingend erforderlichen zweiten baulichen Instandsetzung der beiden bestehenden Röhren der Verkehr auf der Auto-bahn A2 und auf den umliegenden Kantons- und Gemeindestrassen zum Erliegen kommt.
Das Betriebskonzept des Ausführungsprojekts sieht vor, dass – anders als beispielsweise beim Bareggtunnel der A1 – immer nur zwei Röhren gleichzeitig in Betrieb stehen werden, dass also keine Erhöhung der Grundkapazität erfolgt.
3. Tunnelröhre ab Ende 2017 Voraussichtlich im Jahre 2012 beginnt der Bau der 3. Tunnelröhre. Die Eröffnung ist ca. Ende 2017 vorgesehen. Gemäss aktuellem Planungsstand sollen bis ins Jahr 2012 die Betriebs- und Sicherheitseinrichtungen bei den beiden bestehenden Tunnelröhren analog dem Arisdorftunnel und dem Tunnel Schweizerhalle auf den aktuellen Stand der Technik gebracht werden.
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