Erstaunlicher Entscheid der Baudirektorin zur Südumfahrung
22.12.06 - 11:00 / Autor: Christoph Buser, lic.rer.pol.
Liestal - Die von Regierungsrätin und Baudirektorin Elsbeth Schneider im BaZ-Interview vom 19.12.2006 angekündigte Kehrtwende in Sachen Südumfahrung ist erstaunlich und muss als Fehlentscheid taxiert werden, welcher hoffentlich in der parlamentarischen Debatte korrigiert werden kann.

Die Wirtschaftskammer Baselland vertritt entschieden die Meinung, dass die Option "Südumfahrung" im Hinblick auf den zunehmenden Strassenverkehr weiter offen gehalten werden muss (Cartoon: Roloff). |  |
Grundsätzlich vertritt die Wirtschaftskammer Baselland ganz entschieden die Haltung, dass das Sicherstellen einer leistungsfähigen Verkehrsinfrastruktur sowohl auf der Strasse als auch auf der Schiene ein enorm wichtiger Faktor zur wirtschaftlichen Entwicklung unseres Kantons darstellt. In diesem Sinn unterstützt die Wirtschaftskammer die in den ersten beiden Richtplanentwürfen manifestierte Haltung, dass wichtige bestehende und zukünftig notwendige Verkehrskorridore des Strassennetzes vorausschauend eingeplant und frei gehalten werden. Bei der momentanen Diskussion um die Südumfahrung geht es denn auch ausdrücklich nicht um einen Bauentscheid "ja" oder "nein", sondern vielmehr um das Aufrechterhalten einer planerischen Option für den Fall, dass der Mehrverkehr tatsächlich in dem Mass eintritt wie dies verschiedene Prognosen voraussagen. Ziel der Kapazitätsanpassungen der Verkehrsinfrastruktur muss es sein, die mit den kantonalen Hochleistungsstrassen (H18/H2) bzw. der A2/A3 erreichten Entlastungen vom Motorfahrzeugverkehr in den Gemeinden bzw. in den Wohngebieten zu erhalten. Von den Gegnern dieses Planungsentscheides zur Südumfahrung wäre interessant zu erfahren, welche Alternativen ihrer Meinung nach für das Leimental sonst noch bestehen. Fakt ist: Die Gemeinden in der unmittelbaren Agglomeration von Basel leiden bereits heute in einem hohern Mass unter dem Berufsverkehr aus dem Leimental. Die Anwendung des St. Florian-Prinzips ("Verschone unsere Häuser, zünd lieber andre an") ist nicht sehr solidarisch. Es bleibt zu hoffen, dass die Gesamtregierung den angekündigten Entscheid revidiert und die Südumfahrung als zukunftsgerichteten Planungskorridor im kantonalen Richtplan beibehält – im Bewusstsein ihrer Verantwortung gegenüber kommende Generationen.
21.12.2006 Mediencommuniqué des TCS beider Basel 19.12.2006 Mediencommuniqué der Handelskammer beider Basel 19.12.2006 Artikel in der Basler Zeitung
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