Kommt jetzt ein Fachkräftemangel?
23.08.10 - 05:49 / Autor: sda./ebo.
Der Schweiz droht nach der Rezession ein Mangel an gut ausgebildeten Arbeitskräften. Der Stellenvermittler Manpower warnt bereits jetzt vor einem austrocknenden Arbeitsmarkt. Spezialisten fänden sich vor allem im Ausland.

Auch handwerklichen KMU droht FachkräftemangelBild Dan Race - Fotolia.com |  |
Die richtigen Leute am richtigen Ort ist das Problem Dank der hohen Migrationsrate seien in der Schweiz mehr potenzielle Arbeitskräfte verfügbar: «Wir müssen ehrlicherweise sagen, dass wir in gewissen Branchen nicht mehr ohne Einwanderer arbeiten könnten», sagte Urs Schüpbach, seit April Chef von Manpower Schweiz, Anfang August an einem Mediengespräch in Zürich. Richtige Leute am richtigen Ort zu haben, sei das Problem. Gespräche mit grossen Schweizer Firmen hätten gezeigt, dass nun nach der Krise sehr schnell neue Leute gebraucht würden. Auch in der von der Krise besonders gebeutelten Industrie würden wieder Leute gesucht: «Glücklicherweise konnten die Firmen dank Kurzarbeit aber viele Arbeitskräfte halten», sagte Schüpbach. Während der Sommerferien sei in Betrieben teils voll durchgearbeitet worden.
Vom Aufschwung überrascht «Ich glaube, Firmen sind selber überrascht worden, wie schnell der Aufschwung gekommen ist, und es ist unglaublich, wie viele neue Arbeitskräfte gebraucht werden», meinte Schüpbach weiter. Bei 2 Prozent Wachstum brauche es sogar mehr Arbeitskräfte, als im Zuge der Rezession abgebaut worden seien. Der Mangel treffe aber nicht nur Konzerne und die Finanzwirtschaft, sondern auch KMU: «Handwerkliche Berufe haben bei Jugendlichen an Attraktivität verloren. Dort fehlen bereits die Lehrlinge.»
Fachkräfte im Betrieb auch halten Die Kluft zwischen gut und mangelhaft ausgebildeten Arbeitskräften werde weiter wachsen, warnt Manpower. Die Politik werde versuchen, diesem Trend entgegenzuwirken, während es auch an den Unternehmen liege, mit Weiterbildungen die Einsatzfähigkeit aller Mitarbeitenden sicherzustellen. Unternehmen, aber auch die Politik müssten sich gleichzeitig vermehrt Strategien überlegen, um Talente zu fördern und anzuziehen – aber auch zu halten. Denn: Arbeitnehmer mit gefragten Fähigkeiten hätten grössere Wahlmöglichkeiten.
|