Klares Ja zum Universitätsvertrag empfohlen
02.03.07 - 08:30 / Autor: Markus Meier, Vizedirektor
Gelterkinden/Liestal - Wenn der Kanton Baselland seine Verantwortung für die Bildungsqualität wahrnehmen, aber auch seine Stärken als Forschungs- und Wirtschaftsstandort für die Zukunft sichern will, braucht es am Abstimmungswochenende vom 11. März ein klares Ja zum Universitätsvertrag zwischen Baselland und Basel-Stadt: Dieses Fazit wurde an der von der Wirtschaftskammer Baselland in Zusammenarbeit mit Baselbieter High-Tech-Unternehmen durchgeführten Informations- und Podiums-Veranstaltung von heute Donnerstag Abend im Restaurant "Ochsen" in Gelterkinden gezogen. Namhafte Referenten – unter anderem Regierungsrat Adrian Ballmer, Vertreter der Universität Basel sowie der Baselbieter Wirtschaft und Politik – zeigten dabei die Inhalte des partnerschaftlichen Vertragswerks auf und erläuterten die Vorzüge für Baselland bei der Annahme bzw. die Nachteile bei einer Ablehnung der Abstimmungsvorlage.
Der Vertrag zwischen den Kantonen Basel-Landschaft und Basel-Stadt über die gemeinsame Trägerschaft der Universität Basel (Universitätsvertrag) sei für den Kanton Baselland von hoher bildungspolitischer und volkswirtschaftlicher Bedeutung. Eine starke Universität sei ein herausragender Standortfaktor für eine auch künftig erfolgreiche wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung der Region Basel. Und mit dem Vertrag werde Baselland in jeder Hinsicht gleichberechtigter Partner bei der Führung und Steuerung, aber auch Finanzierung der Universität. Diese Meinung vertraten an der Podiumsveranstaltung in Gelterkinden mit Überzeugung die hochkarätigen Referenten: Regierungsrat Adrian Ballmer, der die Vertragsverhandlungen mit Basel-Stadt geleitet und in auch harten Diskussionen die berechtigten Interessen des Baselbiets vertreten hat; Dr. Rolf Nyfeler, CEO und Vorsitzender der Konzernleitung der Bachem Holding AG in Bubendorf, Nationalrat Walter Jermann, Mitglied des Wirtschaftsrates Baselland; Prof. Dr. med. Peter J. Meier-Abt, Vizerektor Forschung und Nachwuchsförderung der Universität Basel, Nationalrat Hans Rudolf Gysin, Direktor der Wirtschaftskammer Baselland, und Dr. Roland P. Bühlmann, Präsident der Swiss Life Sciences Association, der auch die Diskussionsrunde moderierte.
Unter dem Titel "Facts zum Universitätsvertrag" erfuhren die zahlreichen Gäste des Anlasses von Finanzdirektor Adrian Ballmer viele wichtige Details und Hintergründe zum neuen Vertrag und zu dessen Entwicklung. Ballmer zeigte zunächst auf, dass mit der Abstimmungsvorlage im Grundsatz eine Erweiterung des Universitätsvertrages vom März 1994 erreicht wird, der nun noch zwei offene Punkte regelt: die Kostenaufteilung im Bereich Medizin und die Steuerung im Immobilienbereich. Der Referent erläuterte sodann die teils harten Verhandlungen über finanzielle Abgeltungen. Man habe dabei die erforderliche finanzielle Transparenz erzielen können. Ebenso habe man bei den Verhandlungen für Baselland finanzielle Abfederungen in den Anfangsjahren erreicht. Wichtig sei jedoch, dass mit dem Vertrag der Kanton Baselland in jeder Beziehung partnerschaftlich eingebunden werde und die zukünftige Entwicklung der Universität absolut gleichberechtigt mitbestimmen könne. Der Finanzdirektor wies ausserdem darauf hin, dass in einem weiteren Schritt auch die Kantone Solothurn und Aargau als Mitträger gewonnen werden sollen. Adrian Ballmers Fazit: Der neue Universitätsvertrag verdient ein klares Ja. Ohne starke Universität sei langfristig der Wohlstand in unsere Region gefährdet, und es sei unsicher, ob die Forschung der pharmazeutischen Industrie schwerpunktmässig in unserer Region bleiben würde. Von einer solchen Entwicklung sei jedoch die ganze Wirtschaft direkt betroffen. "Die Universität ist ein wichtiger Impulsgeber für die wirtschaftliche, technologische und gesellschaftliche Entwicklung unserer Region", unterstrich der Baselbieter Finanzdirektor die Bedeutung der Abstimmungsvorlage.
Die dynamische Entwicklung unserer Region in den Life-Sciences zeigt die hervorragende Bedeutung dieses Wirtschafts- und Wissenschaftszweigs, welcher Disziplinen wie Biologie, Chemie, Medizin, Physik und unterstützende Technologien umfasst, betonte Dr. Rolf Nyfeler in seinem Einführungsreferat "Die Bedeutung der Universität für unseren Wirtschafts- und Life-Sciences-Standort". Grundlage des Wachstums der Life-Sciences in unserer Region sei eine optimale Vernetzung von Unternehmen mit der Universität Basel und anderen Ausbildungsstätten. Universitäre Erfindungen könnten effizient umgesetzt werden – auch durch Neugründungen von Firmen. Ebenso würden Impulse von industrieller Seite ausgehen, welche Ideen in das akademische Umfeld tragen und durch den Austausch wiederum die Perspektiven der industriellen Forschung und Entwicklung erweitern würden. Die Universität bilde zudem die von der Industrie dringend benötigten hochqualifizierten Mitarbeiter aus. Der Universitätsvertrag ermöglicht eine langfristige Stärkung der Universität Basel und unterstützt damit einen global wettbewerbsfähigen Life-Sciences-Standort, als Basis für nachhaltiges Wirtschaftswachstum in der Region, fasste der Referent die herausragenden Vorzüge der engen Zusammenarbeit der beiden Kantone auf universitärer Ebene zusammen.
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