KMU Business Treff: Welche Folgen hat ein Erdbeben?
29.01.10 - 11:27 / Autor: Simon F. Eglin
Ende November lud die Wirtschaftskammer Baselland ihre Einzelmitglieder zu einem weiteren «KMU Business Treff». Die Firma RMS Risk Management Service zeigte anhand eindrucksvoller Praxisbeispiele auf, welche weitreichenden Folgen ein Erdbeben für hiesige Unternehmen haben kann. Einleitend informierte Bernhard Fröhlich, Direktor der Basellandschaftlichen Gebäudeversicherung, über aktuelle Bestrebungen und politische Hürden auf diesem Gebiet.

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«Die Ausnahme bestätigt die Regel», begrüsste Landrat Christoph Buser, Leiter KMU-Förderung bei der Wirtschaftskammer, die Teilnehmer des «KMU Business Treffs» zum Thema «Erdbebenversicherungen». Weiter schilderte Buser, welche schwerwiegenden Konsequenzen ein Erdbeben für kleine und mittlere Unternehmen haben können, die keine entsprechenden Vorsorgemassnahmen getroffen haben. Dass die Sorge vor einem solchen Negativereignis nicht gänzlich unbegründet ist, hätten die Erdstösse im Rahmen des gescheiterten Geothermie-Projekts in Basel eindrücklich bewiesen.
Politische Ebene Erdbeben sind zwar seltene, aber dafür in Bezug auf die Auswirkungen höchst tiefgreifende Risiken im Bereich der Naturgefahren, leitete Bernhard Fröhlich, Direktor der Basellandschaftlichen Gebäudeversicherung (BGV), sein Referat ein. Im Sommer 2009 habe sich der Bundesrat zweimal mit Anfragen der Privatassekuranz beschäftigt. Eine Mehrheit der Landesregierung habe grundsätzlich eine gesamtschweizerische Erdbebenversicherung befürwortet, allerdings solle das Produkt weiter überarbeitet werden, damit es auf eine breitere Akzeptanz stossen könne. Zwischenzeitlich hätten verschiedene Gespräche des Bundes mit den einzelnen Exponenten der Kantonalen Gebäudeversicherungen stattgefunden, um den Spielraum einer neuen Lösung auszuloten. Im kommenden Februar soll das Projekt nun mit diversen Partnern weitergehend konkretisiert werden.
«Gefahrenherd» Basel «Zu rund 500 Erdbeben kommt es jährlich in der Schweiz», erstaunte Pierre-André Luder von der RMS Risk Management Service die Zuhörerinnen und Zuhörer. Selbstredend seien die meisten dieser Beben nicht spürbar, allerdings gehörten die beiden Basel zusammen mit dem Wallis zu den am meisten gefährdeten Kantonen und das viel zitierte mittelalterliche Beben von Basel im Jahre 1356 gelte als stärkster Erdstoss in Zentraleuropa überhaupt. Auf unser Jahrtausend umgerechnet hätte ebendiese Katastrophe Gebäudeschäden bis zu 50 Mia. Franken zur Folge gehabt. Luder hielt fest, dass für Gebäude sowie Waren, Einrichtungen und Hausrat kein automatischer Versicherungsschutz bestehe. Bei Unternehmen komme erschwerend hinzu, dass auch allfällige Betriebsunterbrüche keinem obligatorischen Schutz unterstünden. In der Folge stellte der Versicherungsexperte diverse Modelle vor, welche die entsprechenden Lücken abdecken sollten. Die RMS Risk Management Service, seit 2001 der erste Anbieter von Erdbebenversicherungen in der Schweiz, arbeitet mit der weltweit operierenden Gesellschaft Lloyd’s zusammen, die einen hohen Erfahrungsschatz auf diesem Feld aufweist.
Ausklingendes Networking Nach dem Informationsteil nutzten die Seminarteilnehmer rege die Möglichkeit, beim Apéro – gesponsert von RMS Risk Management Servicer – Kontakte zu knüpfen und zu vertiefen. Die Veranstaltungsreihe «KMU Business Treff» richtet sich eigens an die Einzelmitglieder der Wirtschaftskammer Baselland. Die Teilnehmer haben dabei jeweils die Möglichkeit, sich einerseits durch interessante Referate über aktuelle Themen à jour zu halten und andererseits im Anschluss aktives Networking zu betreiben.
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