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61. Gewerbliche Winterkonferenz in Klosters
26.02.10 - 04:56 / Autor: Markus Meier

Seit 1949 findet in Klosters jeweils Mitte Januar die Gewerbliche Winterkonferenz des Schweizerischen Gewerbeverbandes SGV statt. Diese dreitägige Veranstaltung, an der Spitzenvertreter der kantonalen Verbände und der Branchenverbänden teilnehmen, verfolgt zwei Ziele: Informationen und Diskussionen über aktuelle, gewerberelevante Themen sowie Pflege von persönlichen Beziehungen und Networking. Selbstverständlich nahm auch eine Delegation der Wirtschaftskammer Baselland teil.




Zu den Höhepunkten der diesjährigen Winterkonferenz des SGV zählten zweifellos der Auftritt des früheren bayrischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber sowie der Besuch des chinesischen Generalkonsuls in der Schweiz, Liang Jianquan. Darüber hinaus nahmen zahlreiche weitere Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft Stellung zu wirtschaftlichen und politischen Zeitfragen.
Die Wirtschaftskammer vertraten in Klosters Präsident Andreas Schneider, der Stv. Direkror Markus Meier und das GL-Mitglied Daniel Joos.
«Vielleicht sollte man beim nächsten Mal die Eröffnung der Winterkonferenz nicht auf einen 13. fallen lassen»: So scherzte Botschafter Benedikt Wechsler in seiner Ansprache. Der Grund für diese Empfehlung: Beide angekündigten Eröffnungs-Referenten fehlten. SGV-Präsident und Nationalrat Edi Engelberger musste sich einer Operation unterziehen und Bundesrätin Micheline Calmy-Rey schaffte es ebenfalls nicht nach Klosters. Termindruck und Wetterpech für die Reise nach Klosters waren die Gründe für ihre Absage.
SGV auf Kurs
So wurde das obligate Präsidialreferat zu Beginn der Winterkonferenz im Silvretta Parkhotel zum ersten Mal von einer Frau gehalten. SGV-Vizepräsidentin Kathrin Anderegg unterstrich  selbstbewusst , dass sich der SGV rund eineinhalb Jahre nach Verabschiedung der neuen Strategie auf Kurs befindet. «Die meisten Massnahmen sind umgesetzt worden und wir haben unser Profil geschärft.» Die angestrebte Themenführerschaft in KMU-Fragen werde zunehmend erreicht und der Verband habe auch mit der Umsetzung der neuen Finanzierungsstrategie einen grossen Schritt gemacht. Demzufolge werde Präsident Edi Engelberger anlässlich des Gewerbekongresses vom 28. Mai 2010 in Lugano seinem Nachfolger ein «gut bestelltes Haus» übergeben können.


Vernetzung immer wichtiger
In Vertretung von Micheline Calmy-Rey erläuterte Botschafter Benedikt Wechsler die Aussenpolitik des Bundes und ihren Nutzen für die Schweizer KMU-Wirtschaft. «Die Lage der Schweiz in der Welt hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten grundlegend verändert. Wir leben in einer mehr und mehr globalisierten Welt.» Die Schweiz sei zunehmend vernetzt und spüre den Wind von draussen. «Und da die Europäische Union – mit Ausnahme der Grenze zu Liechtenstein – unsere einzige Nachbarin ist, nehmen wir den Wind meistens aus Richtung Brüssel wahr», so Wechsler.
Auch wenn die Schweiz ihre Europapolitik auf dem bilateralen Weg bisher erfolgreich gestalten konnte, stehe sie heute an einem Punkt, an dem dieses bislang zielführende Instrument auf seine Zukunftstauglichkeit überprüft werde müsse. «Denn nur wenn es uns gelingt, die bilateralen Abkommen flexibel weiterzuentwickeln und dabei unsere eigenen Vorstellungen einzubringen, ist der bilaterale Weg auch in Zukunft die vorteilhafteste Option.»


Bürokratie-Moloch EU will abspecken
Der frühere bayrische Ministerpräsident Edmund Stoiber nahm die EU-Bürokratie ins Visier, denn er ist überzeugt: «Die Bürokraten in den meist aufgeblähten Staatsapparaten sind die ärgsten Feinde der KMU.» Hier sei vor allem auch die EU gefordert, denn geschehe dort nichts oder nicht viel, werde sich die Gleichgültigkeit der Menschen gegenüber Europa noch verstärken. Die EU-Kommission und die Mitgliedsstaaten versuchten deshalb viele Massnahmen, um bis 2012 eine Senkung der Bürokratiekosten um 25 Prozent zu erreichen.
Weitere bemerkenswerte Themen der Winterkonferenz waren China als Wirtschaftspartner der Zukunft, die nach wie vor verbesserungswürdige Interessenvertretung der KMU sowie die Chancen und Risiken einer Verflechtung von Binnenwirtschaft und Export.







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