Römer sorgten für beste Stimmung
06.10.10 - 08:55 / Autor: MWB
Ende August – einen Tag vor dem traditionellen Römerfest in Augusta Raurica – lud die Wirtschaftskammer Baselland zum zweiten Mal zum – letztes Jahr mit grossem Erfolg lancierten – «KMU-Networking-Grill». Bei hochsommerlichen Temperaturen und vor antiker Szenerie liessen sich wiederum über 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in lucullischer Manier verwöhnen, was der Pflege bestehender und der Schaffung neuer Kontakte offensichtlich sehr förderlich war.

Barbecue-Weltmeister Hansruedi Wälchli (l.) bediente die über 400 Networking-Gäste mit köstlichen Grilladen und sorgte damit für beste Stimmung am spätsommerlichen Abend von Augusta Raurica. Bild: Heinz Dürrenberger, Birsfelden |  |
Neben den teilnehmenden Mitgliedern der Wirtschaftskammer Baselland konnte Präsident Andreas Schneider auch in diesem Jahr zahlreiche Vertreter der kantonalen Behörden sowie der regionalen und nationalen Politik begrüssen. Protokollarisch angeführt wurde die illustre Schar von der höchsten Baselbieterin, Landratspräsidentin Beatrice Fuchs. Neben etlichen Landrätinnen und Landräten hiess Schneider namentlich auch Regierungsvizepräsident Peter Zwick, Ständerat Claude Janiak und Nationalrätin Susanne Leutenegger Oberholzer sowie die Nationalräte Hans Rudolf Gysin und Christian Miesch zum ungezwungenen Networking herzlich willkommen.
Barbecue-Weltmeister in Aktion Wie beim ersten KMU-Networking-Grill erwies sich das Wetter als ausgesprochen wirtschaftsfreundlich. Der warme Spätsommer-Abend verlieh diesem gesellschaftlichen Anlass eine sehr angenehme Note. Für Speis und Trank war in reichlichem Masse gesorgt und die Wirtschaftskammer musste in Sachen Gastfreundschaft keinen Vergleich mit den alten Römern scheuen. Barbecue-Weltmeister Hansruedi Wälchli und sein Team verwöhnten die hungrigen, aber dennoch friedlichen Heerscharen mit köstlichen Grilladen. Und an den bis auf den letzten Platz besetzten Tischen kam rasch eine gemütliche Feststimmung auf. Bei angeregten Gesprächen wurden neue Kontakte geknüpft und alte Freundschaften aufgefrischt.
Zwölf Gesetzestafeln reichten Doch bevor die Gäste zum gemütlichen Teil schreiten und das heisse Lucullus-Zelt verlassen konnten, thematisierte Präsident Andreas Schneider in seiner Begrüssung die weiter zunehmende administrative Belastung der KMU-Wirtschaft. Inspiriert von der historischen Stätte zog Schneider auch passende Vergleiche zu den alten Römern. Im Vergleich zur heutigen Gesetzesflut und Bürokratie hätten damals geradezu paradiesische Verhältnisse geherrscht: Das legendäre römische Recht basierte in erster Linie auf dem Gewohnheitsrecht. Lange Zeit gab es keine geschriebenen Gesetze. Schliesslich wurden diese allgemein gültigen und vor allem auch auf religiösen Riten basierenden Regeln auf zwölf Tafeln aufgezeichnet.
50 Milliarden Regulierungskosten Dies genügte damals, um das Imperium Romanum zu regieren, das in seiner Blütezeit immerhin den gesamten Mittelmeer-Raum und weite Gebiete darüber hinaus umfasste. Im Gegensatz zur überschaubaren römischen Gesetzessammlung, so unterstrich der Referent, wachse die schweizerische jedes Jahr um gut 6000 Seiten an. Eine vom schweizerischen Gewerbeverband veranlasste Studie habe ergeben, dass die durch Gesetze und Verordnungen verursachten jährlichen Regulierungskosten in der Schweiz insgesamt 50 Milliarden Franken betrügen, was Schneider zur Feststellung veranlasste: «Stellen Sie sich vor, diese enormen Mittel stünden für unternehmerisches Handeln, für Innovationen, für wertschöpfende Tätigkeiten und auch für die Berufsbildung zur Verfügung. Wir hätten wohl keine Wachstumsprobleme mehr ...»
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