3. Sitzung KGIV: Tafelrunde der GIV-"Ritter"
19.11.09 - 03:36 / Autor: Simon F. Eglin
Im Rittersaal zu Pratteln fand am 23. Oktober die 3. Sitzung der Konferenz der Gewerbe- und Industrievereine (KGIV) statt. Hauptthemen waren die nahende Unterzeichung der Polit-Charta der Gewerbe- und Industrievereine, die Förderung der Berufsbildung auf kommunaler bzw. regionaler Ebene sowie die bewilligungsfreien Sonntagsverkäufe im kommenden Jahr. Nach der Sitzung wurde noch die benachbarten Berufsschau in Augenschein genommen.
Unüblich war an der diesmaligen Zusammenkunft der Delegierten der Gewerbe- und Industrievereine zum einen der Termin – am Vormittag statt wie üblich am Abend – und zum anderen auch die Lokalität: Beat Hüsler, neuer Präsident der KGIV, hiess die Teilnehmer aus den regionalen Sektionen im Rittersaal im Prattler Schloss willkommen – nur einen Steinwurf von der diesjährigen Auflage der Berufsschau entfernt.
Problematik Nachfolgeregelung Der Präsident übergab als Erstes das Wort dem Gastreferenten Josef Amstad, Regionalleiter der Organisation «Adlatus», eines Netzwerkes erfahrener Führungskräfte und Spezialisten aus der Wirtschaft. Unter den Augen des Adlers, der vom Prattler Banner aus die Runde fixierte, unterstrich Amstad den hohen Wert des über Jahrzehnte gereiften Know-hows seiner Mitglieder, die ihre Fähigkeiten interessierten Unternehmen zur Verfügung stellen. Einer der Beratungsschwerpunkte von «Adlatus» stellt die Nachfolgeregelung in KMU dar, ein Thema, das in der KGIV immer wieder für Gesprächsstoff sorgt. Die Nachfolge von Amstad – als Redner – übernahm dann Christoph Buser, Geschäftsleiter der KGIV. Er stellte die über die Monate der Vernehmlassung gereifte gemeinsame Polit-Charta vor, die an einer ausserordentlichen Sitzung Ende November von den Sektionen unterschrieben werden soll.
Lehrstellenförderer Gewerbeverein Anschliessend kam Buser auf das Haupttraktandum «Förderung der Berufsbildung auf Gemeindeebene» zu sprechen. Er äusserte für die Wirtschaftskammer, die sich ausserordentlich für die Berufsbildung im Kanton einsetzt, den Wunsch, dass die Gewerbe- und Industrievereine sich stärker an der Bildung von neuen Lehrstellen beteiligen sollen. Der Referent stellte ein entsprechendes Instrumentarium vor. Bei der folgenden Diskussion wurde bemerkbar, dass die Bestrebungen und Strategien der einzelnen Sektionen in Sachen Lehrstellenförderung sehr unterschiedlich sind. Als starker Partner in diesem Zusammenhang ist sicherlich der KMU-Lehrbetriebsverbund Baselland und Umgebung zu nennen, wie Ernst Ritter betonte, der als Präsident des Gewerbe- und Industrievereins Pratteln hier im Rittersaal ein «Heimspiel» hatte.
Sonntägliche Einkaufs-Events Zu reden gaben im Anschluss auch die vier bewilligungsfreien Sonntagsverkäufe im kommenden Jahr, von denen zwei Sonntage die Gewerbe- und Industrievereine auf Vorschlag des KIGA und in Absprache mit dem Gewerkschaftsbund sowie der Wirtschaftskammer bestimmen können Christoph Buser betonte die Wichtigkeit dieses Selbstbestimmungsrechts, das sich die Baselbieter KMU in langen, teils zähen Verhandlungen erkämpft haben. Karin Tozzo und Daniela Schneeberger, die Präsidentinnen der Gewerbevereine Gelterkinden sowie Sissach und Umgebung, regten dazu an, die entsprechenden Daten für Events zu nutzen, an denen die örtlichen Ladengeschäfte der Bevölkerung nähergebracht werden können. Massgeblich gekämpft für die bewilligungsfreien Sonntagsverkäufe hat auch Roland Hohl, Präsident von Gewerbe und Industrie Aesch. Hohl, langjähriger Präsident der KGIV, wird Ende November feierlich aus seinem Amt verabschiedet, das er kürzlich an Beat Hüsler übergeben hat.
Besuch der Berufschau Die «Tafelrunde» verschob sich zum Abschluss des offiziellen Teils vom Rittersaal Richtung Berufsschau, wo zum Ausklang der Sitzung noch gemeinsam «getafelt» wurde. Dies natürlich nicht, ohne vorher noch einen kurzen Rundgang durch die «grösste Berufswahlmesse der Schweiz» genossen zu haben, wo den rund 40’000 Besuchenden während fünf Tagen insgesamt 190 Lehrberufe lebensnah vorgestellt wurden.
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