Tunnelblick in den Chienberg mit Baudirektorin Schneider
20.09.06 - 08:00 / Autor: lic.iur. Olivia Schibler
Unter kundiger Führung der Tunnelbauer und mit Informationen aus erster Hand von der Baselbieter Baudirektorin Elsbeth Schneider lernten die KMU Frauen Baselland Anfang September den Sorgentunnel im Chienberg näher kennen. Ein eindrückliches Erlebnis unter Tag.

Blick hinter die Kulissen des Chienbergtunnels – kurz vor Inbetriebnahme im Dezember. |  |
Wie sind die Arbeiten im Chienberg-Tunnel vorangegangen? Mit welchen Rückschlägen musste die Projektleitung fertig werden? Die KMU Frauen erhielten Anfang September die Möglichkeit, kurz vor Abschluss dieses Bauprojekts vor Ort einen Augenschein zu nehmen und sich von der verantwortlichen Baudirektorin und den Baufachleuten über das Projekt informieren lassen.
Regierungsrätin Elsbeth Schneider-Kenel, Vorsteherin der Bau- und Umweltschutz-Direktion des Kantons Basel-Landschaft, zeigte sich besonders erfreut, die zahlreichen Mitglieder der KMU Frauen Baselland beim Baubüro der Umfahrung Sissach willkommen zu heissen. Mit einer ausführlichen Chronologie der Ereignisse und des politischen Umfelds erläuterte die Baudirektorin den Teilnehmerinnen zunächst die wichtigsten Informationen zum Projekt.
Unter Tag im «Chienberg» Ausgerüstet mit Helm und knallfarbigen Warnwesten sowie unter der kundigen Führung von Urs Roth, Leiter Projektmanagement 1 des Geschäftsbereichs Verkehr beim Tiefbauamt, und Flavio Chiaverio, INGE Aegerter & Bosshardt/Gruner, wurde schliesslich der Tunneleinstieg gewagt.
Seit dem Frühjahr 1998 wird intensiv an der Umfahrung Sissach gebaut. Der 2294 Meter lange Chienbergtunnel – ein 2-spuriger Tunnel für Motorfahrzeuge im Gegenverkehr – ist ein Teil dieser Umfahrung. Unter der Fahrbahn befindet sich ein begehbarer Werkleitungskanal für Hydranten- und Abwasserleitungen sowie Elektro- und Kommunikationskabel usw. Zusätzlich dient dieser Kanal aber auch als Fluchtweg.
Ungemach während dem Bau Im Februar 2002 kam es völlig überraschend zu einem sogenannten Tagbruch (Einsturz mit Auswirkungen bis zur Oberfläche). Dies hat die Bauarbeiten verzögert und verteuert. Aber zum Glück sind keine Menschen zu Schaden gekommen. Zusätzliche Probleme verursachten die durch Druck von unten entstandenen Hebungen, die ein weit grösseres Ausmass annahmen als zunächst errechnet. Weltweit zum ersten Mal wurden deshalb «Knautschelemente» zur Sicherung eingebaut. Sie erweisen sich bis heute als wirkungsvolle Gegenmassnahme.
Spannendes Erlebnis Die Führung durch den Tunnel beinhaltete für die KMU-Frauen auch die Möglichkeit, Orte zu besichtigen, die nach der Eröffnung des Tunnels nicht mehr begehbar sein werden. Einerseits konnten der «Estrich» des Tunnels und andererseits die grossen Abluftventilatoren mit dem Kamin begangen werden.
Die ausführliche, interessante und kompetent geführte Baustellenbesichtigung begeisterte. Sie sorgte dafür, dass die KMU Frauen beim Passieren dieses Tunnels ab Dezember 2006 nun wissen, was sich oberhalb, unterhalb und auf den Seiten verbirgt. Es ist zu hoffen, dass die Teilnehmerinnen dabei den Fluchtwegkanal nie mehr benützen müssen.
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