Herbstversammlung des VBLEI - Montage-Elektriker: ein Thema
17.12.07 - 10:00 / Autor: Marcel W. Buess
Aktualitäten aus dem Bereich Berufsbildung, zwei Rücktritte aus der Verbandsleitung sowie der unterhaltsame und dennoch nachdenklich stimmende Erlebnisbericht der beiden Instruktoren des verbandseigenen Ausbildungszentrums waren die prägenden Themen der diesjährigen Herbstversammlung des Verbandes Basellandschaftlicher Elektro-Installationsfirmen VBLEI.

Herbstversammlung der VBLEI-Mitglieder im "Haus der Wirtschaft" |  |
Turnusgemäss versammelten sich die Mitglieder des VBLEI zu ihrer Herbstversammlung im Haus der Wirtschaft in Liestal. Präsident Guido Ermarcora musste zu Beginn der Sitzung die Demissionen von Alexander Binggeli und Raoul Wyss aus dem Vorstand vermelden. Binggeli tritt gleichzeitig auch als Chefexperte zurück.
Diese berufsbedingten Rücktritte wurden von der Versammung mit Bedauern zur Kenntnis genommen. Bisher konnten die Vakanzen leider noch nicht ersetzt werden. Laut dem Verbandspräsidenten soll der Vorstand spätestens an der nächsten ordentlichen Generalversammlung wieder komplettiert werden.
Lehrlingsmangel Bislang wurden im Baselbiet praktisch keine Lehrstellen für Montage-Elektriker angeboten. Da inzwischen ein massiver Rückgang von Lehrlingen im Bereich Elektro-Installateur zu verzeichnen ist – dies im Gegensatz zu Basel-Stadt, wo offensichtlich weniger hohe Ansprüche an die Lehrlinge gestellt werden als im Baselbiet – und im Hinblick auf die rückläufige Entwicklung bei den Schulabgänger-Zahlen in den nächsten Jahren wird der Montage-Elektriker auch im Baselbiet ein ernsthaftes Thema.
Auf schulischer Ebene wurde bereits reagiert, indem ab 2008 eine Gewerbeschul-Klasse eingerichtet worden ist. Laut VBLEI-Vizepräsident Jürg Schaub wird man auch bei den Überbetrieblichen Kursen ein Gleiches tun müssen. Schaub rief seine Verbandskollegen auf, inskünftig weniger qualifizierten Schulabgängern den Einstieg als Montage-Elektriker zu ermöglichen – mit dem Ziel, dass gute Lehrlinge nach einem Jahr allenfalls in die Ausbildung zum Elektro-Installateur wechseln können.
Aus dem Schul- und Kurs-Alltag Fachlehrer Heinz Weisskopf orientierte die versammelten Branchenvertreter über die Umsetzung der neuen Bildungsverordnung an der Gewerbeschule. Im Zusammenhang mit dem Qualifikationsverfahren bestehe seitens der Lehrerschaft der Wunsch nach Offenlegung praktischer Lehrabschlussprüfungen aus vergangenen Jahren. Damit könnten die Lernenden eine konkrete Prüfungssituation durchleben und sich auch stressfreier auf den praktischen Teil des Lehrabschlusses vorbereiten. Der Vorschlag fand bei den Versammlungsteilnehmern keinen einhelligen Beifall. Es entspann sich eine engagierte Diskussion über Sinn und Zweck einer solchen Offenlegung, wobei fast alle Votanten darin übereinstimmten, dass eine solche Massnahme keine wesentliche Qualitätsverbesserung bei den Lehrabschlussprüfungen bringen wird. Trotzdem scheint auch diese Frage ein ernstes Thema zu sein. Auf alle Fälle wird sich der Vorstand damit noch eingehender auseinandersetzen.
René Schweizer und Reto Bühler vermittelten sodann einen sehr lebendigen und oft zum Schmunzeln anregenden Indsider-Bericht aus dem Ausbildungszentrum in Pratteln. Gemäss der bereits erwähnten neuen Bildungsverordnung seien Qualitäten wie Arbeitssicherheit, Methodik sowie Sozial- und Selbstkompetenz künftig ebenfalls wichtige Komponenten im Rahmen der Überbetrieblichen Kurse. Die Ansprüche würden auf allen Ebenen steigen, was die Ausbildung des beruflichen Nachwuchses nicht einfacher mache. MWB.
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