Zunehmender Kosten- und Qualitätsdruck
24.06.11 - 10:04 / Autor: MWB.
Der vor einem Jahr gewählte René Hochuli konnte auf ein intensives, aber sehr erfreuliches erstes Präsidialjahr zurückblicken. So hielt er in seinem ausführlichen Jahresbericht fest, dass sich die Wirtschaftslage besser entwickelt habe als prognostiziert wurde. Auch die Schreinerbranche konnte eine durchschnittlich gute Arbeitsauslastung verzeichnen. Trotz dieser erfreulichen Entwicklung müsse aber ein zunehmender Druck auf die Ertragslage festgestellt werden, bemerkte Hochuli: «Die Verkaufspreise verhalten sich gegenüber den steigenden Material- und Lohnkosten eher gegenläufig, was für alle die zusätzliche Herausforderung darstellt, noch effizienter und günstiger zu produzieren.»

Gewichtige Sachentscheide und Ersatzwahlen bei den Schreinermeistern. |  |
Lehrlingsqualität nimmt ab Seit Jahrzehnten engagiert sich die Schreiner-Branche mit grossem Einsatz und Aufwand für die Ausbildung und Förderung des beruflichen Nachwuchses. Die Baselbieter Schreinermeister bilden in der Regel insgesamt zwischen 100 und 120 Lernende aus. Sorgen bereitet der Branche jedoch zunehmend deren Qualität. In letzter Zeit musste bei den Teilprüfungen jeweils ein rapider Leistungsabfall festgestellt werden. Die Durchfallquote lag durchschnittlich bei 30 Prozent. Die Ursachen seien einerseits bei den Auszubildenden zu suchen, welche die Anforderungen immer weniger erfüllen. Selbstkritisch hielt René Hochuli in seinem Jahresrückblick jedoch auch fest, dass andererseits aber auch Gründe bei den Lehrbetrieben zu suchen seien, die aufgrund des grossen Preis- und Leistungsdruckes nicht so viel in die Lehrlingsausbildung investieren könnten, wie sie es eigentlich tun sollten.
Imageproblem Beklagt wird von den Schreinermeistern insbesondere der Umstand, dass das Berufsbild in unserer Region «praktisch nur von der untersten Schulstufe» durch die berufsvorbereitenden Schulen empfohlen werde. Doch diese schulische Niveau genüge für den Schreinerberuf mit eidgenössischem Fähigkeitsausweis schon seit Längerem nicht mehr: «Die Anforderungen steigen von Jahr zu Jahr – nicht zuletzt aufgrund der ständig neuen Materialien, die wir verarbeiten.»
Mutationen im Vorstand Der langjährige Obmann überbetriebliche Kurse, Andreas Ditzler, erklärte auf den Zeitpunkt der diesjährigen Generalversammlung seinen Rücktritt. Präsident Hochuli würdigte das verdienstvolle Wirken von Ditzler und illustrierte dies anhand einiger bemerkenswerter Ereignisse in dessen Amtszeit: Ausbau des Kurszentrums, Beschaffung der CNC-Anlage, Einrichtung eines zweiten Schulungsraumes. Mit Applaus und einem Präsent wurde Andreas Ditzler von der Versammlung herzlich verabschiedet. Als neues Mitglied der Verbandsleitung wurde Ralph Spillmann, Chefexperte bei den Lehrabschlussprüfungen, gewählt. Als neuer ÜK-Obmann fungiert der vor einem Jahr neu in den Vorstand gewählte Walter Leugger.
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