Erneut Schwarzarbeiter ins Netz gegangen
21.02.05 - 08:00 / Autor: Daniel Spinnler (ZVg)
Liestal - Bei einer überraschend durchgeführten Kontrolle auf einer Grossbaustelle im Raum Sissach wurden am 10. Februar 2005 die 27 anwesenden Bauarbeiter auf ihren aufenthalts- und arbeitsrechtlichen Status hin überprüft. Fünf Personen, die keine Ausweise auf sich trugen, wurden zur genauen Abklärung ihrer Identität und wegen des Verdachts auf Schwarzarbeit vorübergehend angehalten. In einem Fall liegt eindeutig Schwarzarbeit vor.

November 2004 in Allschwil: Grenzwachtbeamter führt Verdächtigen zur Überprüfung. |  |
Die rund einstündige Aktion war minutiös vorbereitet und verlief entsprechend ruhig und reibungslos.
Überraschungsmoment ausgenutzt Zuerst wurde das Baugelände überraschend umstellt und abgesperrt; danach betraten die Kontrollorgane der Polizei Basel-Landschaft und KIGA die Baustelle und überprüften alle anwesenden Bauarbeiter. Fünf von ihnen, die sich nicht ausweisen konnten, wurden zur weiteren Befragung und Abklärung ihrer Identität auf einen nahe gelegenen Polizei-Stützpunkt verbracht. Vier Arbeiter konnten aufgrund dieser Abklärungen nach kurzer Zeit wieder entlas-sen werden.
In einem Fall handelt es sich allerdings um einen Mann, bei dem nicht nur der Tatbestand der Schwarzarbeit vorliegt, sondern der sich zudem illegal in der Schweiz aufhält. Hier wurden die entsprechenden Ermittlungen eingeleitet.
Strafverfahren laufen Bereits Ende November des letzten Jahres hatte die «Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Schwarzarbeit» des KIGA Baselland in Zusammenarbeit mit der Polizei Basel-Landschaft und der Schweizer Grenzwache eine Grossbaustellenkontrolle durchgeführt. Bei der damaligen Aktion in Allschwil waren vier eindeutige Fälle von Schwarzarbeit festgestellt worden. Gegen die verantwortlichen Personen und Unternehmen wurden in der Folge Strafverfahren eröffnet, die zurzeit noch andauern.
Die Entwicklung der Situation im Bereich der Schwarzarbeit wird von den zuständigen Behörden auch in Zukunft intensiv beobachtet. Aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse und Hinweise sollen kurzfristig und überraschend weitere Kontrollaktionen durchgeführt werden.
Wirtschaftskammer unterstützt Kontrollaktionen Die Wirtschaftskammer Baselland führt im Auftrag der Sozialpartner des Ausbaugewerbes die Zentrale Paritätische Kontrollstelle (ZPK). Sie hat mit dem KIGA eine Vereinbarung über die gemeinsame Bekämpfung der Schwarzarbeit abgeschlossen. Die gute Zusammenarbeit der an der Kontrollaktion beteiligten Institutionen und die transparente Information der Öffentlichkeit über solche konzertierte Aktionen ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Bekämpfung der Schwarzarbeit. Ins Visier der Kontrollen sind vor allem jene kriminellen Elemente zu nehmen, welche gewerbsmässig Schwarzarbeit betreiben, dabei auch die Not von Arbeitnehmenden brutal ausnützen und so pro Baustelle zigtausende von Franken an den Sozialversicherungen und am Fiskus vorbeischleusen.
Die Leidtragenden sind im heutigen harten Wettbewerb jene KMU, die sich korrekt an Gesetz und Gesamtarbeitsverträge halten. Die Wirtschaftskammer wird deshalb auch in Zukunft alle Anstrengungen unterstützen, die dazu beitragen, gleich lange Wettbewerbsspiesse für alle Unternehmen zu garantieren.
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