Herzlichen Dank, Samuel Gauler
24.07.07 - 13:00 / Autor: Marcel W. Buess
Liestal - Mindestens einmal im Jahr versammeln sich die Delegierten der Paritätischen Kommissionen des Ausbaugewerbes Baselland – der Baselbieter Gipser, Schreiner, Maler, des Metall-, des Elektro- und Telekommunikationsinstallations- und des Dach- und Wandgewerbes Baselland sowie die Gärtner und die Plattenleger beider Basel und die Haustechnik Nordwestschweiz – zu einer gemeinsamen Konferenz. Heuer fand sie am 20. Juni im «Haus der Wirtschaft» in Liestal statt.
Samuel Gauler, der ab Juni 2004 als erster Präsident der Zentralen Paritätischen Kontrollstelle (ZPK) fungierte und somit Mann der ersten Stunde war, begrüsste als seine letzte Amtshandlung die Teilnehmer der diesjährigen Konferenz besonders herzlich.
Pionierrolle der ZPK im Baselbiet In einem kurzen Rückblick auf seine dreijährige Amtszeit wies Gauler auf die Bedeutung und im Besonderen auf die Pionierrolle der ZPK hin. Schweizweit gelte diese Baselbieter Organisation als nachahmenswertes Referenzbeispiel. Die ZPK habe im Rahmen der Baustellenkontrollen und der Umsetzung des Entsendegesetzes hervorragende Arbeit geleistet und entscheidend mitgeholfen, dass in- und ausländische Dienstleister über gleich lange Spiesse verfügten. Gauler dankte der Geschäftsstelle und den Mitarbeitern der ZPK sowie den Sozialpartnern für die erfolgreiche, partnerschaftliche Zusammenarbeit während der letzten drei Jahre.
Daniel Münger: neuer Präsident Anlässlich der ZPK-Generalversammlung, die bereits im Mai stattgefunden hat, wurde Landrat Daniel Münger, Co-Präsident Gewerkschaftsbund Baselland, als neuer Präsident gewählt. Er hat seine Funktion Mitte Jahr aufgenommen. ZPK-Vizepräsident bleibt Markus Meier, Vizedirektor Wirtschaftskammer Baselland.
Samuel Gauler verabschiedet Daniel Münger freut sich auf seine neue, verantwortungsvolle Aufgabe und dankte seinem Vorgänger Samuel Gauler ganz herzlich für dessen grosses Engagement. Die ZPK hat sich nicht nur bewährt, sondern sich in den vergangenen Jahren als wichtiges Instrument der Sozialpartnerschaft positioniert, betonte Münger. Ihm als aktivem Gewerkschafter steht vor allem der Schutz der Arbeitnehmer im Vordergrund: kein Lohndumping, keine Schwarzarbeit sowie gleiche Arbeitsbedingungen.
100'000 Manntage Der ZPK-Geschäftsführer, lic. iur. Michel Rohrer, verrmittelte einen kurzen Abriss über die operative Tätigkeit: Seit 2004 bis heute erfolgten im Baselbieter Ausbaugewerbe insgesamt über 10'000 Entsendemeldungen. Im Vergleich zum Vorjahr sei die Anzahl der Entsendemeldungen im Jahr 2006 um 18 Prozent (2006: 4812, 2005: 3900) gestiegen. Seit Inkrafttreten der Personenfreizügigkeit am 1. Juni 2004, so Rohrer, erbrachten ausländische Mitbewerber respektive deren entsandte Arbeitnehmer insgesamt 100'000 Manntage, was rund 5000 Mann-Monaten entspricht.
Der Geschäftsführer wies ausdrücklich darauf hin, dass bei diesem beachtlichen Arbeitsvolumen lediglich diejenigen Firmen und Anbieter erfasst sind, die gemeldet waren und somit legal im ZPK-Raum gearbeitet haben. Über jene, die ohne Meldung Arbeiten durchführten, könnten hingegen nur Mutmassungen angestellt werden.
500 Kontrollen in nur einem Jahr Die ZPK führte bislang nahezu 900 Baustellenkontrollen durch. Davon entfallen rund 400 auf die Jahre 2004 und 2005 und rund 500 alleine auf das vergangene Jahr. Dabei seien über 1000 entsandte Personen kontrolliert worden: 178 Selbstständige und 830 Arbeitnehmer. Laut Michel Rohrer entfallen bei den festgestellten Verstössen gut zwei Drittel auf den Tatbestand «Unterschreitung der Mindestlöhne».
Anspruchsvolle Jahresziele 2007 Im laufenden Jahr will die ZPK weitere Sozialpartner des Bau- und Ausbaugewerbes in ihre Tätigkeit einbinden. Neben dem Bauhauptgewerbe richtet sich der ZPK-Fokus u.a. auch auf die Gerüstbaubranche sowie auf das Marmor- und Granitgewerbe. Im Weiteren sollen die Kontrollen intensiviert werden und künftig verstärkt auch den Bereich Arbeitssicherheit umfassen. Zudem will die ZPK auch eine führende Rolle in der Bekämpfung der Schwarzarbeit spielen.
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