Baselbieter Konferenz der Gewerbe- und Industrievereine (KGIV)

Baselbieter Konferenz der Gewerbe- und Industrievereine (KGIV)

KGIV lanciert Mobilitätskampagne und präsentiert Forderungskatalog zuhanden Regierung

Liestal. Sowohl in Bezug auf die Strasse als auch den ÖV sind im Baselbiet rasch Verbesserungen notwendig. Dies bekräftigten Vertreterinnen und Vertreter der Baselbieter Konferenz der Gewerbe- und Industrievereine am 29. August 2019 vor den Medien. Im Haus der Wirtschaft präsentierten sie einen fünf Punkte umfassenden Forderungskatalog, der kommende Woche der Baselbieter Regierung übergeben wird. Zudem stellten sie die neu lancierte sogenannte Mobilitätskampagne vor, welche zum Ziel hat, die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung – aber auch die breite Bevölkerung – über die Mobilitätsherausforderungen der KMU zu sensibilisieren. Hierzu setzt die KGIV insbesondere auf die sozialen Medien.

«Baselbieter Verkehrspolitik – eine Herausforderung für das Gewerbe»: Unter diesem Titel steht ein Forderungskatalog der Baselbieter Konferenz der Gewerbe- und Industrievereine (KGIV), welcher zuhanden der Baselbieter Regierung verfasst wurde und am kommenden Mittwochmorgen, 4. September 2019, der Regierung übergeben wird. Der Katalog umfasst die folgenden fünf Forderungen:

  1. Die Baustelleninformationen sind rechtzeitig zu kommunizieren.
  2. Der Verkehrsfluss ist zu wahren.
  3. Echtzeit-Verkehrsinformationen sind auszubauen.
  4. Parkplätze sind sicherzustellen.
  5. Verkehrs-Neubauprojekte sind zügig voranzutreiben.

 

Wie Beat Huesler, der Präsident der KGIV betonte, engagiert sich diese schon seit je in verschiedenen Bereichen für eine Verbesserung der Standortfaktoren für KMU. «Ein wichtiger Standortfaktor ist die Erreichbarkeit bzw. die Verkehrsanbindung», so Huesler. Dies betreffe sowohl Strasse als auch ÖV, wobei es beim Forderungskatalog mehrheitlich ums Thema Strasse gehe. Als Präsident von KMU Muttenz sehe er auch, wie es gerade in Bezug auf Baustellenprojekte durchaus gut gehen könne, sagte Huesler. «Als Beispiel nenne ich die Sanierung der Hauptstrasse in Muttenz. Diese Sanierung war für alle betroffenen KMU eine Herausforderung.» Doch in diesem Fall hätten die Behörden zielführend agiert. Sie seien frühzeitig auf die KMU zugekommen und hätten auch rasch und transparent informiert.

Gerade in Birsfelden komme man zeitweise kaum noch vom Fleck, sagte Sabine Denner, Präsidentin des dortigen Gewerbevereins. «Sie haben alle davon gehört, dass wir zeitweise die Quartierstrassen sperren müssen, damit unsere Bevölkerung nicht während der Rushhour im Verkehr erstickt. Aber das kann auf die Dauer ja nicht die Lösung sein», so Denner. Es liege auf der Hand, dass die bestausgebaute Verkehrsinfrastruktur nichts nütze, «wenn die Leute nicht wissen, wo sie noch freie Fahrt haben». Es brauche die entsprechenden Informationen.

Wie sehr die sich zuspitzende Stausituation im Baselbiet das Gewerbe betrifft, erläuterte Alain Tüscher, der Präsident des Gewerbe- und Industrievereins Bubendorf und Umgebung: «Wenn wir Fixtermine haben, müssen wir eine halbe bis eine Stunde früher los. Das kostet Geld und Nerven.» Als Einwohner von Bubendorf mit Arbeitsort in Allschwil erlebe er täglich, wie suboptimal die Verkehrsinfrastruktur in der Region konzipiert wurde: «Überall sonst ist die Verkehrsinfrastruktur ringförmig ums Zentrum angelegt. Bei uns hingegen muss man zuerst über Basel kehren, wenn man vom oberen in den unteren Kantonsteil gelangen will.» Lösungsmöglichkeiten gebe es durchaus, so Tüscher, der auf die bereits vor Jahren eingebrachten Vorstösse von Christoph Buser im Landrat hinwies (5-Punkte-Plan gegen den Verkehrskollaps). Der Plan des Wirtschaftskammerdirektors und Geschäftsführers der KGIV beinhalte unter anderem Pannenstreifenumnutzungen, Park & Ride und vor allem einen Ausbau der Infrastruktur zu einem Ringsystem um Basel. «Mit einem äusseren und einem inneren Ring ums Zentrum wäre schon viel gewonnen. Und das Zentrum würde entlastet», sagte Tüscher.

Damit sich die Verkehrssituation für das Gewerbe verbessere, brauche es auch im Bereich Parkplätze zusätzliche Anstrengungen, erläuterte Christoph Buser. Deswegen seien die Behörden gefordert, sicherzustellen, dass ausreichend Parkplätze für das Gewerbe sowie für deren Kunden bestehen und die Parkplätze transparent ausgewiesen werden. Ein weiterer Missstand betreffe die Umsetzung nationaler Vorhaben, sagte der Wirtschaftskammerdirektor, der an den Vorstoss des Solothurner Nationalrats Christian Imark erinnerte. «Er wollte den Muggenbergtunnel rasch verwirklicht sehen. Das Vorhaben fand sogar in Bundesbern eine Mehrheit.» Doch im Baselbiet sei man nicht soweit gewesen mit der Planung, obwohl schon seit Jahrzehnten über den Muggenberg diskutiert werde. «So geht es natürlich nicht», sagte Christoph Buser. Die KGIV fordere darum, dass der Regierungsrat alles Erdenkliche unternimmt, damit die vom ASTRA für die Region geplanten Bauvorhaben zügig realisiert werden und zudem sicherstellt, dass eine verbesserte und schnellere Verbindung zwischen den Kantonsteilen erreicht wird.

Um Behörden und Politik – aber auch die breite Öffentlichkeit – für die Anliegen des Baselbieter Gewerbes in Bezug auf die Verkehrssituation zu sensibilisieren, hat die KGIV eine Mobilitätskampagne gestartet. «Das soll nicht mit dem Zeigefinger geschehen, sondern auf eine sympathische Art und durchaus auch mit einem Augenzwinkern», sagte KGIV-Präsident Beat Huesler. «Diese Sensibilisierung wollen wir mit Filmen erreichen, die ab sofort online sind.» Die Filme zeigen verschiedene Situationen auf Baselbieter Strassen. So etwa bestellt eine Kundin bei einer Gärtnerei kleine Pflanzen. Als diese per Autotransport ankommen, sind daraus grosse Bäume geworden – weil es im Stau wieder etwas länger gedauert hat. Die Filme sind ab sofort zu sehen auf Facebook, YouTube und der KGIV-Website unter www.kgiv.ch.

 

Kontakte

Beat Huesler
Präsident KGIV
Telefon 078 757 72 83

Christoph Buser
Geschäftsführer KGIV
Telefon 076 324 98 33

Do. 29. August 2019