Aktuelle Informationen für KMU

Aktuelle Informationen für KMU

& Einschätzungen der Wirtschaftskammer

Was Sie Stand heute wissen müssen:


Die Hilfsprogramme von Bund und Kanton sind aufgegleist – nun muss sichergestellt werden, dass das Geld dort ankommt, wo es am dringendsten gebraucht wird. Die genauen Prozesse zur tatsächlichen Abwicklung sind noch ausstehend. Die dafür nötigen Details des Bundes werden am Mittwoch erwartet. Wir informieren Sie hiermit darüber, was heute bereits bekannt ist und wie unsere Einschätzung zu den verschiedenen Massnahmen aussieht:

Einschätzung der Wirtschaftskammer:
Die Hilfestellung im nötigen Umfang ist angelaufen und wird zurzeit konkretisiert. Die KMU müssen sich nun ein gutes Bild über die verschiedenen Möglichkeiten machen, um für das eigene Unternehmen zu entscheiden, was der richtige Weg ist. Gerade bei den Darlehen gilt es, nicht unüberlegt auf diese Sofort-Kredite zurückzugreifen. Jeder neue Kredit hat auch Auswirkungen auf die Bilanz des Unternehmens (Gefahr der Überschuldung) und auf das Kredit-Rating bei den Banken – bereits vorhandene Kredite könnten teurer werden. Die Wirtschaftskammer mobilisiert zurzeit einen Berater-Pool, der Ihnen für solche Fragen im Sinne eines «Sparring» zur Verfügung stehen wird. Die Informationen zur konkreten Umsetzung der Soforthilfe liegen aber noch nicht vor. Wir bitten um etwas Geduld. Sie hören von uns, sobald wir bereit sind!


Das Massnahmenpaket des Bundes

Der Bundesrat hat Soforthilfe in Höhe von über 42 Mrd. Fr. beschlossen. Dieses Geld soll all jene Firmen helfen, denen nun das Geschäft einbricht und das Geld ausgeht. Dafür stehen drei Instrumente zur Verfügung:

Liquiditätshilfen:
Der Bund will, dass die Hausbanken der KMU «einfache» und rasche Überbrückungskredite herausgeben. Bisherigen Aussagen zufolge kann ein KMU ohne die üblichen Formalitäten sofort einen Kredit von max. 10 Prozent des Jahresumsatzes bei seiner Bank erhalten. Für Bankkredite bis 500 000 Franken trägt der Bund das volle Risiko. Bei höheren Beträgen bürgt der Bund für 85 Prozent der Summe. Weiter gewährt er Zahlungsaufschub bei Sozialversicherungen und Steuern.
Die Details zu diesen Krediten sind erst im Ansatz vorhanden. Der Zins darf offenbar max. 1 Prozent betragen, wobei davon auszugehen ist, dass viele Banken einen Zinssatz von null Prozent anbieten werden. Weiter sollen sehr lange Laufzeiten für diese Kredite gelten. 

Einschätzung der Wirtschaftskammer:
Für die rasche Sicherung der Liquidität ist der gewählte Weg über die Banken richtig. Es braucht keinen zeitfressenden Aufbau einer neuen Behörde, die über eine Verteilung der Gelder befindet. Die Forderung «Unbürokratisch. Genügend. Sofort.» ist erfüllt. Fragen stellen sich dennoch: Es wird bislang «nur» von Darlehen gesprochen. Viele KMU kontaktieren uns mit der Forderung nach à-fonds-perdu-Beiträgen. Für uns ist klar, dass dies in einer zweiten Phase diskutiert gehört, weil viele Betroffene diese Gelder nie in vollem Umfang werden zurückzahlen können. Jetzt ist aber nicht der Zeitpunkt. Es geht jetzt um die Sicherung der Liquidität.

Kurzarbeit:
Der nun vom Bund kommunizierte Ausbau der Kurzarbeit wird zum zentralen Pfeiler des Hilfspakets: Die Wartefrist wird gestrichen, der Abbau von Überstunden als Hürde fällt weg und der Empfängerkreis wird ausgeweitet. So sind Selbständigerwerbende, temporäre und/oder Teilzeit-Mitarbeitende sowie die Lehrlinge neu berechtigt, Kurzarbeitsentschädigung zu beziehen. Bei der Abwicklung der Gesuche sowie der Zahlungen von Kurzarbeit wurden zudem noch dringliche Vereinfachungen zur Beschleunigung des Prozesses vor-genommen.

Einschätzung der Wirtschaftskammer:
Die vom Bund getroffenen Massnahmen sind zielführend. Wichtig wird sein, dass die neuen Empfängergruppen das Instrument verstehen und niederschwellig nutzen können. Der diesbezügliche Informationsbedarf scheint riesig. Ein Auge werden wir auf die Beschleunigung des Prozesses und dessen möglichst unbürokratische Umsetzung legen.

Erwerbsausfälle:
Neu werden auch Selbständigerwerbende und Eltern, die wegen behördlicher Massnahmen Erwerbsaufälle erleiden, entschädigt. Dazu gehören etwa freischaffende Künstler.

Einschätzung der Wirtschaftskammer:
Die vom Bund getroffenen Massnahmen sind richtig und es gelten die gleichen Anforderungen an die rasche und niederschwellige Nutzung wie bei der Kurzarbeit.

 

Das Sofort-Hilfspaket des Kantons

Einen Tag vor dem Bundesrat hat der Baselbieter Regierungsrat zusammen mit der BLKB sein Sofort-Hilfspaket im Umfang von insgesamt 190 Mio. Franken vorgestellt. Durch die tags darauf bekannt gewordenen Massnahmen des Bundes benötigen die kantonalen Massnahmen Anpassungen. Diese werden zurzeit vorgenommen und liegen noch nicht im Detail vor.

Bereits am Laufen sind die Sofort-Kredite der BLKB zu einem Zinssatz von 0 Prozent zur raschen und unkomplizierten Liquiditätsüberbrückung. Diese sollen auch Lieferantenrechnungen im Voraus ermöglichen.

Einschätzung der Wirtschaftskammer:
Die von der Regierung getroffenen Massnahmen sind richtig. Es gilt jetzt, dieses in Aussicht gestellte Geld mit dem Massnahmenpaket des Bundes geschickt und rasch zu verknüpfen.

 

- 24.03.20 - 10 Uhr - 

Di. 24. März 2020