Baselland Business ist eine Initiative der Wirtschaftskammer Baselland, die jährlich 100 der grössten produzierenden Unternehmen im Kanton besucht. Die Initiative bringt Wirtschaft und Politik in den Dialog, identifiziert Engpässe bei Mobilität, Fachkräften und Energieversorgung, und engagiert sich für eine zukunftsgerichtete Berufsbildung. Vor allem aber steht sie für das Selbstverständnis einer Wirtschaftsregion, die sich nicht auf Erfolgen ausruht, sondern den Wandel aktiv gestaltet. «Wir müssen uns anpassen und verändern. Trend is our enemy», sagte Christoph Buser, Direktor der Wirtschaftskammer zu den rund 60 Gästen aus Politik und Wirtschaft.
Eröffnet wurde die Veranstaltung von Claudio Boller. Er ist seit 10 Jahren Leiter der Marktregion Basel bei KPMG AG und verantwortet die Wirtschaftsprüfung. Seit mehr als 25 Jahren ist er in der Prüfung und Beratung internationaler Konzerne sowie mittelständischer Betriebe tätig.
In seinem Impulsreferat formulierte er drei Punkte welche Unternehmen helfen, erfolgreich zu sein:
- «Stärken definieren»
- «Abhängigkeiten reduzieren»
- «Zu Mitarbeitern Sorge tragen»
«Schweizer Firmen haben in der Vergangenheit dank Agilität und Flexibilität schon manche Krisen überwunden, die im Nachhinein als Fitnesskur dienten», so Boller weiter. Weiter strich er heraus, dass unbedingt eine freiheitliche Wirtschaftsordnung erhalten werden muss, um den Wohlstand zu sichern.
Nach dem Impulsreferat moderierte Michael Köhn eine Diskussionsrunde mit Thomas Kübler (Leiter Standortförderung), Stefan Degen (CFO Allpack Group AG), Claudio Boller und Christoph Buser. «Solange man vom Staat nichts braucht fühlt man sich wohl», sagte der ehemalige Landrat Degen. Was es aber unbedingt brauche, seien Verbesserungen in der Verkehrsinfrastruktur. Um als Standort weiter erfolgreich zu sein, müssten auch Areale für die Zukunft bereit gemacht werden. «Das sind sie aber nicht», monierte Buser. Gerade in der Bereitstellung von Energie gäbe es aber an vielen Orten Hürden abzubauen. Wieso es an den Standorten Allschwil und Arlesheim mit Areal-Entwicklungen funktioniert, erklärte Thomas Kübler.
Auf dem Podium war man sich einig, dass der Ruf nach Staat im Moment nicht laut ist und dass die Unternehmen selber versuchen, Lösungen zu finden, um trotz den veränderten Rahmenbedingungen wettbewerbsfähig zu bleiben – Stichwort Zölle. Einig war man sich auch, dass die Berufsbildung wieder verstärkt in den Fokus rücken muss. «Für uns ein absolutes A-Thema», so Buser. Er hofft, dass die Betriebe die Vorzüge des Berufsbildungssystem sehen und wieder verstärkt Fachkräfte ausbilden.
Die Veranstaltung wurde von der Wirtschaftskammer Baselland in Zusammenarbeit mit der Standortförderung Baselland und KPMG AG organisiert.