KMU-Nachfolge im Fokus der KMU

KMU-Nachfolge im Fokus der KMU

Die HDW KMU Session mit der BKB zeigt: Nachfolge hat für KMU grosse Bedeutung und braucht Planung.

Die HDW KMU Session vom 26. November 2025 im Haus der Wirtschaft stiess auf grosses Interesse. Zahlreiche Unternehmerinnen und Unternehmer aus der Nordwestschweiz nutzten die Gelegenheit, sich über aktuelle Erkenntnisse zur Nachfolgeplanung zu informieren und Impulse für ihre Unternehmen mitzunehmen. Im Zentrum stand die neue BKB-Studie zur Nachfolge von KMU in der Region, ergänzt durch Erfahrungsberichte, Fachinputs und praxisnahe Empfehlungen.

Michael L. Baumberger, Leiter KMU Kunden der Basler Kantonalbank, präsentierte die wichtigsten Studienergebnisse. Die Befragung von 163 KMU zeigt, dass rund ein Drittel der Betriebe noch keine geregelte Nachfolge hat. Der Handlungsdruck steigt, da viele Unternehmen von Inhabern der Babyboomer-Generation geführt werden. Erfolgreiche Nachfolgeprozesse beginnen idealerweise fünf bis zehn Jahre vor der Übergabe genügend Zeit für Planung und Umsetzung zu haben und die gewünschte Lösung erfolgreich abzuschliessen. Auch die Finanzierung bleibt kritisch: 37% der Firmen haben diesen Bereich noch nicht abschliessend geregelt. Bewährt hat sich laut Baumberger ein Mix aus Eigenmitteln, Bankfinanzierung und Verkäuferdarlehen.

Auf dem Podium vertieften Rolf Engelbert Maria Schmitz, VRP der GYYM Health & Fitness AG, und Eric Dörflinger, Gründer der edp personalberatung GmbH, die Studienerkenntnisse mit persönlichen Erfahrungen. Sie schilderten emotionale als auch strategische Herausforderungen der Nachfolge – von der Rollenverteilung über die Kommunikation bis zur professionellen Begleitung.

Gérard Rodel und Christian Wipf von der Basler Kantonalbank gaben Einblicke in die Beratungspraxis. Sie betonten die Bedeutung frühzeitiger Planung, realistischer Erwartungen sowie fundierter Unternehmensbewertungen. Diese Faktoren seien entscheidend, um eine tragfähige Lösung zu entwickeln, die von allen Beteiligten getragen wird.

Einen wirtschaftlichen Blickwinkel brachte Tim Schneuwly ein. Er zeigte auf, dass gut geplante Nachfolgen Risiken reduzieren und Entwicklungschancen schaffen: Übergaben bieten Raum für Modernisierung, Digitalisierung und neue Geschäftsmodelle – wichtige Impulse für die Region.

In der abschliessenden Fragerunde standen weitere Expertinnen und Experten bereit. Melanie Bissig und Adrian Hänggi beantworteten Fragen zur Pensionierungsplanung, Vermögensstrukturierung und steuerlichen Aspekten. Ihr Fazit: Jede Nachfolge ist individuell. Ohne frühzeitige Planung und klare Zielsetzungen steigt das Risiko, keine passende Lösung zu finden.

Der Abend endete mit einem angeregten Austausch beim Apéro. Viele Teilnehmende knüpften Kontakte und übertrugen die Erkenntnisse auf ihre eigene Situation. Die starke Teilnahme bestätigte: Das Thema Nachfolge ist in der Nordwestschweiz präsenter denn je und birgt grosse Chancen für die Zukunft der regionalen KMU.

Filippo Muscara

Gratis-Download der Studie

Foto: Die Podiumsgäste und Expertinnen der Basler Kantonalbank gaben gemeinsam Einblicke in Studie, Praxis und Erfolgsfaktoren der KMU-Nachfolge in der Region. 

 

Fr. 12. Dezember 2025