Steuersenkungen sind machbar

Steuersenkungen sind machbar

Die Baselbieter Staatsausgaben liegen pro Einwohner deutlich über jenen des Kantons Aargau. Das zeigt die Antwort des Regierungsrats auf eine Interpellation. Die Steuer Liga fordert nun eine rasche nachhaltige Steuerreform.

Die Gesamtausgaben von Kanton und Gemeinden im Baselbiet liegen über jenen des Kantons Aargau, dies geht aus einer Interpellations­beantwortung des Regierungsrates hervor. Mit Ausgaben von 14 425 Franken pro Einwohner liegen Kan­ton und Gemeinden im Baselbiet deutlich über dem Aargau (11 239 Franken). Die Differenz von 3186 Franken pro Einwohner summiert sich auf die Gesamtbevölkerung hochgerechnet auf rund 961 Mil­lionen Franken pro Jahr, die das Baselbiet mehr ausgibt als der Nachbarkanton.

Als wichtigste Gründe für die hö­heren Ausgaben nennt der Regie­rungsrat die Beiträge an Hochschu­len wie die Universität Basel, die Spitalfinanzierung, die allgemeinen Dienste sowie den Umweltbereich. Finanzdirektor Anton Lauber ver­weist im Interview mit der «Volks­stimme» zudem auf die finanziellen Auswirkungen der Gesundheitsre­form EFAS. Gleichzeitig räumt die Regierung ein, dass sich die Unter­schiede mit den vorhandenen Daten nicht vollständig erklären lassen.

Für die Steuer Liga und deren Prä­sidenten, Stefan Degen, zeigt die Ant­wort des Regierungsrats vor allem eines: Eine Ausgabendiskussion ist längst fällig und notwendig. Degen ver­weist auf die 961 Millionen Franken, die Kanton und Gemeinden pro Jahr mehr ausgeben als der Kanton Aar­gau und seine Gemeinden. «Eine nachhaltige Steuerpolitik kann nicht allein über höhere Einnahmen oder einzelne Steueranpassungen geführt werden», sagt Degen. «Ebenso wich­tig ist die Frage, ob der Staat seine Mittel effizient einsetzt und seine Aufgaben regelmässig überprüft.»

Die Steuer Liga betont, dass es nicht darum gehe, bewährte staatliche Leis­tungen grundsätzlich infrage zu stel­len. Vielmehr müsse jeder zusätzliche Franken sorgfältig begründet werden. «Nur wenn bestehende Aufgaben kon­sequent hinterfragt und wenige Prio­ritäten gesetzt werden, entstehen finanzielle Spielräume für Entlastun­gen der Bevölkerung und der Unter­nehmen», sagt Degen. Wer über eine Senkung der Einkommenssteuer dis­kutiere, müsse gleichzeitig aufzeigen, wie der Staat seine Ausgaben nachhal­tig begrenzen wolle. «Steuersenkungen sind keine Belastung für den Staats­haushalt, sondern Investitionen in die Wettbewerbsfähigkeit des Kantons», sagt Degen. «Attraktivere Rahmenbe­dingungen stärken den Wohnstandort, erhöhen die Standortattraktivität für Unternehmen und generieren langfris­tig zusätzliche Steuererträge.»

Die Steuer Liga fordert deshalb eine regelmässige und systematische Über­prüfung aller staatlichen Aufgaben. Ziel sei kein pauschaler Leistungsab­bau, sondern ein effizienter Mittel­einsatz und klare Prioritäten. Gerade vor dem Hintergrund steigender Gesundheits-, Sozial- und Infrastruk­turkosten brauche das Baselbiet eine Ausgabenpolitik, die langfristig trag­fähig sei und gleichzeitig Raum für steuerliche Entlastungen schaffe, erklärt Degen.  Mit dem Vergleich zum Kanton Aargau ist für die Steuer Liga ein wei­terer Beweis dafür erbracht, dass eine Steuerreform nur gelingen kann, wenn auch die Ausgabenseite konse­quent in den Blick genommen wird.

Fr. 14. August 2026