Berufsbildung während Coronakrise

FAQ/Informationen für Lehrbetriebe und Lernende

aktualisiert am: 28. März 2020 um 20.39 Uhr

 

Berufsfachschulen / Fernunterricht an den Berufsfachschulen

Ab dem 23. März 2020 wird in den meisten Situationen an den Berufsfachschulen Fernunterricht stattfinden. Die Lernenden sowie die Lehrbetriebe werden laufend über die Massnahmen direkt von den entsprechenden Berufsfachschulen per Mail informiert. Die Lernenden sind verpflichtet, die von der Schule versendeten Aufträge an den von ihnen gewohnten Schultagen zu Hause zu erledigen und müssen für die Lehrpersonen auf den ihnen kommunizierten Kanälen während definierten Zeiten erreichbar sein. Sollten die Voraussetzungen für den Fernunterricht im Lehrbetrieb geeigneter sein, so ist ihnen dies nach Absprache mit den verantwortlichen Berufsbildnern zu gewähren. Ausnahmen gibt es teilweise im Bereich der Gesundheitsberufe. Diese Lernenden unterstützen je nach Lage vollumfänglich in den Betrieben der Gesundheitsversorgung.

 

Überbetriebliche Kurse (ÜK)

Alle ÜK-Zentren im Kanton Basel-Landschaft führen bis auf weiteres keinen Präsenzunterricht durch. An geplanten ÜK-Tagen befinden sich die Lernenden also an ihrem Arbeitsplatz und gehen ihren betrieblichen Verpflichtungen nach. Die kantonalen Behörden sind derzeit in Abklärung mit den verschiedenen Organisationen der Arbeitswelt, in welchem Rahmen es möglich ist, auch für überbetriebliche Kurse Fernunterricht durchzuführen.

 

Qualifikationsverfahren (Lehrabschlussprüfungen)  

Der aktuelle Informationsstand seitens Behörden ist, dass alle QV-Veranstaltungen unter den vom BAG vorgegebenen Hygiene- und Verhaltensmassnahmen durchgeführt werden sollen. Es kann unter Umständen jedoch zu Verschiebungen der Termine kommen.  Dies beinhaltet auch die Durchführung der Berufsmaturitäten I und II.

 

Home Office für Lernende

Gemäss Auskunft der Hauptabteilung Berufsbildung Kanton Basel-Landschaft haben Lehrbetriebe die Verpflichtung, die praktische Ausbildung der Lernenden auch aus dem Home Office weiterzuführen. Analog dem Fernunterricht an den Berufsfachschulen sollen Lehrbetriebe ihren Lernenden Bildungsaufträge elektronisch zukommen lassen. Regelmässiger Kontakt zu den Lernenden via Mail, Telefon, WhatsApp oder Videochat (z.B. über Skype, Zoom etc.) unterstützen dabei. Klare Absprachen zu Präsenzzeiten, Erreichbarkeit und Terminfristen sind empfehlenswert.

 

Betriebsschliessung aufgrund bundesrechtlicher Verfügung

Für Lernende, welche in Lehrbetrieben arbeiten, die aufgrund der bundesrechtlichen Verfügung geschlossen wurden, gelten grundsätzlich die gleichen Regelungen wie für alle anderen  Mitarbeitenden. Wichtig: Der Bildungsauftrag des Lehrbetriebs bleibt bestehen. Lernende können nach Möglichkeit, auch wenn das Geschäft geschlossen bleibt, allenfalls für Arbeiten im Betrieb eingesetzt werden, sofern die vom BAG verordneten Massnahmen und Vorschriften eingehalten werden. Falls keine Arbeit vor Ort möglich ist, sollen die Lernenden weiterhin mit Bildungsaufträgen, die im Zusammenhang mit der praktischen Grundbildung stehen, versorgt werden. Sie können beispielsweise  an ihrer Lern- und Leistungsdokumentation arbeiten.

 

Rekrutierung 2020/2021

Die derzeitige Lage erschwert den Rekrutierungprozess. Schnupperlehren können vielerorts nicht wie vorhergesehen durchgeführt werden. Lehrbetriebe werden eindringlich darum gebeten, weiterhin Lernende wie im gewohnten Umfang zu rekrutieren. Auch nachdem die sogenannte «Corona-Krise» vorbei ist, wird die lokale Wirtschaft mehr denn je auf gut ausgebildete Fachkräfte angewiesen sein.

Bewerbungsgespräche können auch per  Videoanrufe durchgeführt werden – gängige Programme wären beispielsweise WhatsApp (Videocall-Funktion) oder Skype (beide sind gratis und auch Konferenzanrufe mit mehreren Personen sind möglich).

Zum Thema Rekrutierung wird auf nationaler Ebene (alle Verbundpartner der Grundbildung) eine Arbeitsgruppe eingesetzt, welche zeitnah mögliche Lösungen erarbeitet (z.B. Verlängerung der Rekrutierungsphase, Kommunikationsmassnahmen etc.). Es wird dabei auch geprüft, ob eine Flexibilisierung des Ausbildungsbeginns möglich wäre, und ob in einzelnen Branchen verspätete Lehreintritte erfolgen können.

 

 

Finanzielle Unterstützung / Kurzarbeit

 

Der Bundesrat hat im Rahmen seines Gesamtpaketes zur Stützung der Wirtschaft vom 20. März 2020 entschieden, dass die Kurzarbeitszeitentschädigung auch für Lernende gilt. Zudem appellierte der Bundesrat, auf Lehrvertragsauflösungen zu verzichten. Informationen zur Kurzarbeit finden Sie hier.

 

Wie der Kanton Basel-Landschaft ebenfalls in einer Medienmitteilung vom 24. März 2020 mitteilte, werden Lehrbetriebe des Kantons, die sich in Kurzarbeit befinden, mit einem Pausschalbetrag von CHF 450 Franken pro Lernender unterstützt. Mit dem kantonalen Betrag von monatlich 450 Franken pro Lernenden werden Betriebe mit Kurzarbeit von nicht gedeckten Lohnkosten sowie von Kosten für überbetriebliche Kurse entlastet.