Eine neue Verkehrsachse für Strasse und ÖV

Eine neue Verkehrsachse für Strasse und ÖV

Das Baselbiet steckt täglich im Stau. Grund ist ein überlastetes Verkehrsnetz und das Nadelöhr Basel. Nun bringt die Wirtschaftskammer eine Lösung: Die Initiative «Umfahrung Süd» will die Täler erstmals direkt für Individualverkehr und ÖV verbinden.

Die Verkehrssituation im Baselbiet ist angespannt. Stau auf der A2, überlastete Ortsdurchfahrten und fehlende Alternativen prägen den Alltag. Denn das Strassennetz wurde in den letzten 30 Jahren kaum angepasst. Das zentrale Problem: die Struktur. Die Verkehrsachsen sind fast ausschliesslich radial organisiert. Wer sich innerhalb des Baselbiets bewegt, muss oft den Umweg über Basel nehmen, selbst wenn er von Sissach nach Laufen will.

Genau hier setzt die Initiative «Zukunftsfähige Verkehrsinfrastruktur: Realisierung der Umfahrung Süd» der Wirtschaftskammer Baselland an. Sie ist Teil des Impulsprogramms «Wirtschaftsstandort Baselland: Zurück in die Erfolgsspur». Gefordert wird eine leistungsfähige tangentiale Verbindung zwischen den Wirtschaftsräumen Arlesheim/Reinach und Liestal beziehungsweise Pratteln. Geplant ist eine Tunnelverbindung südlich der A2/A3. So entsteht eine direkte innerkantonale Achse ohne Umweg über die Stadt.

In der nächsten Ausgabe des Standpunkt der Wirtschaft (8. Mai) zeigen wir, worum es konkret geht – mit Stimmen und Einschätzungen aus der Praxis.

Auch für den ÖV

Eine solche Verbindung hat wesentliche Vorteile: Sie entlastet die A2 gezielt, insbesondere im Bereich Schweizerhalle. Anders als punktuelle Ausbauten oder Projekte wie der Rheintunnel greift die Umfahrung Süd das Problem an der Wurzel: Sie reduziert den innerkantonalen Querverkehr auf der Autobahn und stabilisiert das Gesamtsystem.

Die Lösung ist breit gedacht und nicht nur für den Individualverkehr vorgesehen, sondern auch für den öffentlichen Verkehr nutzbar. Damit entsteht eine neue und direkte Vernetzung innerhalb des Baselbiets. Und ein weiteres Plus: Der Kanton kann Planung, Umsetzung und Finanzierung eigenständig vorantreiben, ohne Abhängigkeit von Nachbarkantonen.

Erste verkehrstechnische Berechnungen der Fachexperten Michael Arendt (Arendt Consulting, strategische Verkehrsplanung) sowie von Drangu Sehu (ehemaliger Kantonsingenieur Basel-Landschaft) bestätigen die Entlastungswirkung einer neuen Verkehrsachse, die einen wesentlichen Teil des Verkehrs aufnehmen kann.

Der Landrat hat die Initiative bereits für rechtsgültig erklärt. Nun wird der Regierungsrat in Kürze eine Vorlage für das Parlament erarbeiten und darin festhalten, ob er die Initiative zur Annahme empfiehlt. Voraussichtlich stimmt die Bevölkerung 2027 darüber ab.

Fr. 17. April 2026