Einfach mal machen

Einfach mal machen

Von Christoph Buser, Direktor Wirtschaftskammer Baselland

Das Baselbiet hat kein Erkenntnisproblem. Wir wissen längst, wo unsere Verkehrswege an Grenzen stossen. Was fehlt, ist die Entschlos­senheit, vom Planen ins Handeln zu kommen. Wir prüfen, diskutieren, überarbeiten und planen neu. Das kostet Zeit und Geld. Und am Ende stehen wir noch immer im Stau.

Für unsere KMU ist das Alltag: Steht der Mon­teur im Stau, läuft sein Lohn weiter. Der Kun­de wartet, der nächste Auftrag verschiebt sich. Diese Kosten stehen in keinem Baukredit. Bezahlt werden sie trotzdem.

Deshalb fordern wir in unserer Stellungnahme zu «Verkehr ’45», Rheintunnel und Hagnau– Augst parallel zu planen. Ohne den Ausbau bei Schweizerhalle bleibt das Nadelöhr bestehen. Auch im Fricktal wächst der Druck. Drei Mo­tionen im Aargauer Grossen Rat verlangen Verbesserungen an der A3. Die Kantone müs­sen gemeinsam vorangehen.

Im Baselbiet zeigt sich das Grundproblem be­sonders deutlich: Der Regierungsrat lehnt unse­re Initiativen zur Umfahrung Süd und zur Be­schleunigung des ZUBA ab. Gleichzeitig nimmt er im Richtplan bei Reinach Nord erstmals ein mögliches Tunnelportal der Umfahrung Süd auf. Die Idee wird also aufgegriffen, aber der politische Auftrag dazu abgelehnt. Eine Vororientierung allein löst keinen Stau.

Die Umfahrung Süd könnte Birs- und Ergolztal direkt verbinden und die A2 entlasten. Davon würde auch der Bund profitieren. Die Verbin­dung soll dabei nicht nur dem Individualver­kehr dienen, sondern auch neue Möglichkeiten für eine direkte Tramverbindung zwischen den beiden Tälern schaffen. Entlastet ein kantona­les Projekt gleichzeitig das Nationalstrassen­netz, muss auch eine finanzielle Beteiligung des Bundes möglich sein. Statt Zuständigkeiten hin und her zu schieben, sollten wir gemein­sam klären, wie das Projekt möglich wird.

Mit dem neuen Baudirektor Matthias Liechti verbinden wir die Hoffnung auf einen Menta­litätswechsel. Nicht jede offene Frage ist ein Grund, den nächsten Schritt aufzuschieben. Es braucht klare Entscheide, Pragmatismus und den Willen, Spielräume zu nutzen.

Sorgfältig planen, ja. Aber nicht endlos. Denn auch das Nichtstun hat seinen Preis. Unsere Unternehmen brauchen keine immer perfekte­ren Pläne. Sie brauchen endlich Fortschritte.

Fr. 16. Oktober 2026