Das Baselbiet hat kein Erkenntnisproblem. Wir wissen längst, wo unsere Verkehrswege an Grenzen stossen. Was fehlt, ist die Entschlossenheit, vom Planen ins Handeln zu kommen. Wir prüfen, diskutieren, überarbeiten und planen neu. Das kostet Zeit und Geld. Und am Ende stehen wir noch immer im Stau.
Für unsere KMU ist das Alltag: Steht der Monteur im Stau, läuft sein Lohn weiter. Der Kunde wartet, der nächste Auftrag verschiebt sich. Diese Kosten stehen in keinem Baukredit. Bezahlt werden sie trotzdem.
Deshalb fordern wir in unserer Stellungnahme zu «Verkehr ’45», Rheintunnel und Hagnau– Augst parallel zu planen. Ohne den Ausbau bei Schweizerhalle bleibt das Nadelöhr bestehen. Auch im Fricktal wächst der Druck. Drei Motionen im Aargauer Grossen Rat verlangen Verbesserungen an der A3. Die Kantone müssen gemeinsam vorangehen.
Im Baselbiet zeigt sich das Grundproblem besonders deutlich: Der Regierungsrat lehnt unsere Initiativen zur Umfahrung Süd und zur Beschleunigung des ZUBA ab. Gleichzeitig nimmt er im Richtplan bei Reinach Nord erstmals ein mögliches Tunnelportal der Umfahrung Süd auf. Die Idee wird also aufgegriffen, aber der politische Auftrag dazu abgelehnt. Eine Vororientierung allein löst keinen Stau.
Die Umfahrung Süd könnte Birs- und Ergolztal direkt verbinden und die A2 entlasten. Davon würde auch der Bund profitieren. Die Verbindung soll dabei nicht nur dem Individualverkehr dienen, sondern auch neue Möglichkeiten für eine direkte Tramverbindung zwischen den beiden Tälern schaffen. Entlastet ein kantonales Projekt gleichzeitig das Nationalstrassennetz, muss auch eine finanzielle Beteiligung des Bundes möglich sein. Statt Zuständigkeiten hin und her zu schieben, sollten wir gemeinsam klären, wie das Projekt möglich wird.
Mit dem neuen Baudirektor Matthias Liechti verbinden wir die Hoffnung auf einen Mentalitätswechsel. Nicht jede offene Frage ist ein Grund, den nächsten Schritt aufzuschieben. Es braucht klare Entscheide, Pragmatismus und den Willen, Spielräume zu nutzen.
Sorgfältig planen, ja. Aber nicht endlos. Denn auch das Nichtstun hat seinen Preis. Unsere Unternehmen brauchen keine immer perfekteren Pläne. Sie brauchen endlich Fortschritte.