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Erster KMU Frauen Netzwerk-Apéro

«Die 15 Minuten vom Bundeshaus zu meinem Hotel brauche ich, um nach den langen Tagen voller Politik runterfahren zu können.» Dies sagte Sandra Sollberger, die im Oktober 2015 für die SVP in den Nationalrat gewählt wurde. Am KMU Frauen Netzwerk-Apéro vom vergangenen 6. April berichtete sie den anwesenden Frauen bei einem Glas Sekt von ihren ersten beiden Sessionen als Nationalrätin. Davon, dass sie sich ein Hotel ausgewählt hat, welches sich nicht in unmittelbarer Nähe des Bundeshauses befindet. Und davon, wie unberechenbar die Abstimmungen im Nationalrat sein können.

Erste Abstimmung verpasst

«Meine erste Abstimmung habe ich doch glatt verpasst», sagte sie lachend. Während sie nur wenige Minuten ihren Mann und ihre Tochter vor der Tür des Bundeshauses verabschiedete – die beiden hatten sie am ersten Tag extra nach Bern begleitet – verpasste sie unglücklicherweise ihre erste Abstimmungsgelegenheit. «Mein Banknachbar hat mich bei meiner Rückkehr dann mit einem Schmunzeln auf meinen Fauxpas aufmerksam gemacht.»

Die klassische Ochsentour

Sandra Sollberger beschrieb ihre Politikkarriere als klassische Ochsentour: 2008 hatte sie als Gemeinderätin angefangen, 2011 wurde sie in den Landrat gewählt und 2015 gelang ihr der Sprung in den Nationalrat. Sie erinnerte sich zurück, dass ihr erstes Engagement im Jahr 2005 die Mitgliedschaft bei den KMU Frauen war. Bei all ihren Ämtern sei sie mit Begeisterung bei der Sache gewesen.

Sie habe die Politik von der Pike auf erlernt, was ihr jetzt im Nationalrat zugutekomme. Was sie ärgere, seien die zunehmend langen Entscheidungswege. «Während im Gemeinderat eine Entscheidung in wenigen Wochen durchführbar war, kann die Entscheidungsfindung und die Ausführung eines Anliegens im Nationalrat Monate bis Jahre dauern.»

Unternehmerin seit 20 Jahren

«Es hat leider immer noch zu wenige Unternehmer im Nationalrat», sagte Sollberger. «Dabei wüssten diese Leute,was es in der Praxis bedeutet, wenn der Wunsch nach einem zusätzlichen Formular für Unternehmer laut wird.»

Sollberger weiss, wovon sie spricht: Seit rund 20 Jahren betreiben sie und ihr Mann Simeon den Familienbetrieb Sollberger Maler AG. Auf die Frage, wie sie denn nun die neuen Herausforderungen als Nationalrätin und die gewohnten Pflichten als Unternehmerin managen würde, erwiderte sie gelassen: «Im Nationalrat bin ich angekommen. Nur, um das persönliche Zeitmanagement besser zu handhaben, brauche ich mehr als zwei Sessionen. Aber wir Unternehmer sind es ja gewohnt, uns zu organisieren. Ich denke, nach einem Jahr in Bern werde ich wissen, wie ich all meinen Aufgaben gerecht werdenkann», sagte Sollberger.

Neue Herausforderungen

Im nationalen Parlament sind die Hauptsprachen Deutsch und Französisch. «Die Zweisprachigkeit ist, nicht zuletzt wegen der politischen Fachausdrücke, eine Herausforderung für mich», so SandraSollberger. Im Nationalrat wird zwar simultan übersetzt, aber in den Kommissionenhat man diesen Bonus nicht. Das Französisch besser zu erlernen, bereitet der Nationalrätin aber Freude.

Sollberger sieht viele Herausforderungen auf sich zukommen, aber sie betonte am Netzwerk-Apéro der KMU Frauen, dass sie sich auf jede einzelne freue.

Programm

Die Fachkommission KMU Frauen führte den ersten Netzwerk-Apéro durch.