Die angekündigten Strafzölle aus den USA treffen zahlreiche exportstarke Firmen im Baselbiet – von Traditionsmarken bis zu Hightech-Leadern. Jetzt gilt es, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und die Standortbedingungen gezielt zu verbessern.
Die neuen US-Zölle von bis zu 39 Prozent auf Schweizer Industrieprodukte treffen auch die exportstarke Wirtschaft im Kanton Basel-Landschaft mit voller Wucht. Betroffen sind Unternehmen verschiedener Branchen, die alle vor der gleichen Herausforderung stehen: Neue Absatzmärkte lassen sich nicht einfach über Nacht erschliessen. Besonders gravierend ist, dass diese Strafzölle nicht irgendwelche Hersteller treffen, sondern Industriebetriebe, die technologisch weltweit führend sind und für Schweizer Qualität und Wertschöpfung stehen – eine wirtschaftlich gefährliche Situation.
Wie stark die Auswirkungen auf hiesige Firmen tatsächlich sind, wird sich erst noch zeigen. Traditionsunternehmen wie Ricola oder Oris mit grossem Exportanteil in die USA stehen jedenfalls im Fokus der Öffentlichkeit.
Die Liste Baselbieter KMU mit grossem Exportanteil in die USA ist aber noch länger. Viele betroffene Unternehmen beobachten die Lage deshalb aufmerksam und erwarten nun rasche politische Reaktionen – etwa durch gezielte Nachverhandlungen oder schnelle Entlastungen der heimischen Wirtschaft.
«Auf die Dauer untragbar»
Oris reagierte pragmatisch und bewegte noch vor Inkrafttreten der Zölle die Lagerbestände in die USA. Solche Massnahmen verlagern das Problem nur; auf Dauer aber wird diese Zollpolitik spürbare Folgen für die Baselbieter Exportwirtschaft haben.
Nach Rückmeldungen ihrer Mitgliederfirmen sieht die Wirtschaftskammer Baselland derzeit keinen akuten Alarm, doch die Sorgen wachsen. «Ein Zollsatz von 39 Prozent ist auf Dauer nicht tragbar», betont Direktor Christoph Buser. Erste Unternehmen prüfen bereits, ob sie den US-Markt unter diesen Bedingungen weiter bedienen können. Besonders hart trifft es dabei jene mit hoher Exportquote – es gibt Firmen im Baselbiet mit einem US-Anteil von bis zu 75 Prozent am Umsatz, was diese besonders verwundbar macht.
Da die politisch motivierten Zölle von den Unternehmen nicht beeinflusst werden können, ist umso wichtiger, dass die Politik rasch und entschlossen handelt. Der Bundesrat muss die 60-Tage-Frist für Verhandlungen mit den USA aktiv nutzen, statt sie auszusitzen.
Buser fordert zudem, dass nicht nur Bern, sondern auch der Kanton liefert – mit schnelleren Verfahren, weniger Bürokratie und tieferen Lohnnebenkosten. Steigt der globale Druck, darf der Standort nicht zusätzlich belastet werden.
Die Zölle aus Washington sind ein klares Warnsignal: In einer unsicher werdenden Weltwirtschaft braucht es keine protektionistischen Barrieren, sondern eine verlässliche, wettbewerbsorientierte Standortpolitik. Ziel: Standort stärken, Innovation sichern, Jobs erhalten – das ist auch der Kern des Impulsprogramms «Wirtschaftsstandort Baselland: Zurück in die Erfolgsspur».